SMA-Produkte spielen Schlüsselrolle bei Netzstabilität – Ausland profitiert von deutschen Erfahrungen

Wechselrichter als Netzmanager

Volker Wachenfeld Foto: nh

Kassel. Die Solarwechselrichter spielen angesichts der Zunahme von Stromeinspeisern eine immer wichtigere Rolle im Netzmanagement. Sie wandeln nicht nur in Solaranlagen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom, sondern übernehmen nach Angaben von Volker Wachenfeld wichtige Aufgaben zur Stabilisierung der Netze. Er ist einer der Entwicklungschefs beim Solartechnik-Hersteller SMA in Niestetal. Auf dem Weltsolarkongress, der derzeit in Kassel stattfindet, sprach Wachenfeld zu diesem Thema.

Das Interesse an seinem Vortrag war groß. Denn mit dem zunehmenden Ausbau alternativer Energieträger auch in anderen Ländern ist die Expertise der Deutschen auf diesem Gebiet gefragter denn je. „Deutschland hat im Bereich des Netzmanagements über die Jahre Erfahrungen aufgebaut, die andere nicht haben und von denen Länder wie etwa die USA oder Australien profitieren werden“, sagte Wachenfeld.

Wechselrichter stabilisieren das Netz, indem sie bei zu hoher Einspeisung Spannung und Frequenz reduzieren und somit eine Überlastung verhindern. Sie spielen gemeinsam mit Transformatoren eine Schlüsselrolle beim Aufbau intelligenter Netze. Aber ihr Job gleicht einer Einbahnstraße. Im umgekehrten Fall – also wenn zu wenig Strom im Netz ist – können Wechselrichter wie sie SMA produziert, Spannung und Frequenz nicht erhöhen. Das wäre nur möglich, wenn viele Solaranlagenbetreiber eine Batterie daheim hätten, die überschüssigen Sonnenstrom bei Bedarf mit Hilfe des Wechselrichters ins Netz einspeist.

Wachenfeld geht aber davon aus, dass solche Speicher zunehmend interessanter werden. Hintergrund ist die geplante Einführung von bedarfsabhängigen Vergütungssystemen, bei denen der Strompreis variiert.

Das heißt: Ist elektrische Energie knapp, erzielen Einspeiser einen höheren Preis als etwa zu Tageszeiten, in denen mitunter mehr Wind- und Solarstrom zur Verfügung steht, als benötigt wird.

Nichtsdestotrotz hält auch Wachenfeld den Ausbau der vorhandenen Hochspannungsnetze für erforderlich, allein schon um den Strom der geplanten Windparks auf See in den Süden zu transportieren.

Eine weitere Voraussetzung für das Funktionieren intelligenter Netze sind genaue Prognosesysteme für Wind und Sonneneinstrahlung. Beides gibt es bereits – für die Windenergie seit zehn Jahren. Entwickelt wurde das System vom Kasseler Fraunhofer-Institut Iwes, das weltweit führend auf diesem Gebiet ist. Für die Sonne haben der Kasseler IT-Dienstleister Micromata und der Prognose-Spezialist Energy & Meteo Systems aus Oldenburger das Iwes-Verfahren weiterentwickelt und im Januar vorgestellt.

Seitdem ist auch Fotovoltaik prognostizierbar. Versorger wissen jetzt nicht nur wie viel Windstrom in den nächsten drei bis vier Tagen zu erwarten, sondern auch, welchen Energiebeitrag die Sonne leisten wird – und können ihre Kraftwerkskapazitäten entsprechend ausrichten.

Von José Pinto

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