Von wegen klein und sparsam: Geländewagen sind Lieblinge der Autokäufer

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BMW bringt seine X-Familie mit dem X1 XDrive 20i nach Frankfurt. Der neue Turbo-Benziner mit 184 PS kommt im Herbst in den Handel.

Frankfurt. Sie sind groß, wirken stark und geben dem Autofahrer ein Gefühl von Sicherheit – und in Deutschland sind sie auf dem Vormarsch: Sportliche Geländewagen (SUV) prägen zunehmend das Bild der Straßen.

Dass sie im Schnitt mehr Sprit verbrauchen und mit durchschnittlich 175 Gramm pro Kilometer mehr Schadstoff ausstoßen als kleinere Fahrzeuge, ändert daran nichts. „Das ist das absolute Siegersegment. Wer in der Sparte nicht vertreten ist, der hat den Markt verpennt“, urteilt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer.

Auf der IAA in Frankfurt soll auch der Jeep Grand Cherokee SRT8 Premiere feiern. Verkaufsstart ist im ersten Quartal 2012.

Ein Widerspruch zum Trend hin zu sparsameren Autos sei das nicht, sagen die Autoexperten der Unternehmensberatung Frost & Sullivan: Moderne SUV seien längst keine Spritschleudern und ihre Sparsamkeit werde „definitiv“ zunehmen. Zudem besteht die Fahrzeugklasse schon längst nicht mehr nur aus Riesenschlitten, wie Fachmann Stefan Bratzel betont. Vor Jahren habe es von Audi nur den Q7 gegeben, „jetzt auch den Q5 oder Q3. Bei BMW ist es mit der X-Reihe dasselbe“.

Zulassungszahlen steigen

Den Hauptgrund für den Siegeszug der SUV sieht Fabian Brandt, Autoexperte bei der Management-Beratung Oliver Wyman, im Kundenwunsch nach Individualität. Das Segment bediene das Geltungsbedürfnis der Käufer. Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes bestätigen, dass Geländewagen – 1995 aus den USA nach Deutschland gekommen – im hartumkämpften deutschen Markt rasant auf der Überholspur sind. Sie schneiden sich ein immer größeres Stück vom Kuchen ab.

2001 wurden in Deutschland rund 100 000 Geländewagen zugelassen, 2010 waren es 295 000 und in den ersten sieben Monaten 2011 bereits mehr als 208 000 – ein Plus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Ford Kuga Titanium wird zum Modelljahrgang 2012 aufgewertet. Verfügbar ist er bereits ab Oktober 2011.

Von dem Trend profitieren Hersteller sämtlicher Preisklassen, vom Dacia Duster über den Hyundai ix35 oder den Nissan Qashqai bis zum VW Touareg und BMW X3: Alle legten von Januar bis Juli kräftig zu. Auch in den oberen Preisregionen sind SUV tonangebend: Beim Sportwagenhersteller Porsche hat sich der Cayenne zum Zugpferd gemausert. Mittlerweile ist jeder zweite ausgelieferte Porsche ein Geländewagen. Bei Mercedes gingen die Geländewagen wie die M-, R- und GLK-Klasse besonders gut. Nun wollen die britische VW-Nobel-Tochter Bentley und die italienische Sportwagenschmiede Maserati nachziehen.

Die Einnahmen aus dem SUV-Verkauf können die Hersteller gut brauchen. Schließlich müssen sie Geld in die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien stecken. Bis E-Autos die Kasse klingeln lassen, dürften noch Jahre vergehen. Bis dahin müssen die Autobauer mit konventionellen Antrieben oder Hybriden Geschäfte machen. (dpa)

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