Wegen Schuldenkrise: Verbraucher kaufen zögerlich

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Verbraucher haben weniger Vertrauen in die wirtschaftliche Lage und kaufen deshalb weniger ein.

Frankfurt/Main - Griechenland fast pleite, die Banken in Not: Die Schuldenkrise schwächt das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen. Weil sie weniger kaufen, hat das fatale Auswirkungen.

Die Staatsschuldenkrise trübt aus Sicht der Europäischen Zentralbank zunehmend das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmern. Das bremst die Konjunktur im Euroraum, schreibt die Notenbank in ihrem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Für die zweite Jahreshälfte sei nur noch mit einem sehr moderaten Wachstum der Wirtschaftsleistung zu rechnen.

Im zweiten Quartal hatte sich das Wachstum gegenüber dem Vorquartal bereits auf 0,2 Prozent abgeschwächt. “Die konjunkturelle Grunddynamik im Eurogebiet scheint durch eine Reihe von Faktoren gedämpft zu werden“, urteilte die EZB. Hierzu zählten eine Verlangsamung der globalen Nachfrage und Einbußen beim Unternehmer- und Verbrauchervertrauen. Zudem erschwerten die Folgen der Spannungen an den Staatsanleihemärkten im Euroraum die Finanzierungsbedingungen.

Alles teurer geworden: So viel mehr müssen Sie in 2012 jetzt bezahlen

Hohe Energiekosten treiben die Preise an: Beispielsweise ist der Preis von Heizöl um 13,9 Prozent gestiegen. © dpa
Auch für Strom zahlt man mehr: plus 7,1 Prozent. © dpa
Butter macht dick - und wer in Zukunft nicht 10,4 Prozent mehr zahlen will, verzichtet drauf. © dpa
Molkereiprodukte sind fast alle teurer geworden: Für Sahne zahlt man jetzt 12,9 Prozent mehr. © dpa
Bei Fleisch ist die Preiserhöhung nicht ganz so schlimm: 4,3 Prozent ist es teurer. © dpa
Gemüse ist dagegen billiger geworden: Für Kopf- oder Eisbergsalat zahlt man 39,3 Prozent weniger. © dpa
Tomaten sind 24,1 Prozent billiger. © dpa
Ein deutlicher Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken von 7,4 Prozent soll vor allem durch die... © dpa
... Verteurung von Kaffee um 21,8 Prozent verursacht sein. © dpa
Bei den Dienstleistungen macht sich die neue Luftverkehrsabgabe bemerkbar: Flugtickets sind um 19,4 Prozent teurer. © dpa
Die Preise für Tabakwaren sind um 3,3 Prozent gestiegen. © dpa
Frauen können aufatmen: Schuhe  und Bekleidung sind nur um 3,1 Prozent teurer. © dpa

Die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten könnten zusätzlich bewirken, dass Konsum- und Investitionsentscheidungen verschoben werden. “Dementsprechend könnte mittelfristig das Tempo der Erholung in einigen großen Industriestaaten besonders schleppend bleiben“, fürchtet die EZB.

Zwar gehe der EZB-Rat weiterhin davon aus, dass Europas Wirtschaft vom Wachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften und den niedrigen kurzfristigen Zinsen profitieren wird. Auch die EZB-Maßnahmen zur Unterstützung des Finanzsektors dürften demnach die Konjunktur antreiben. Dennoch blieben die Risiken für die Wirtschaftsentwicklung angesichts der vielen Unsicherheit groß.

Auch die nach wie vor hohen Energiepreise bremsen die Wirtschaft weiterhin, schreiben die Notenbanker. Allerdings seien die Inflationsgefahren zuletzt gesunken. Nach der EZB-Prognose verharrt die jährliche Inflationsrate in den kommenden Monaten über der Zielmarke von knapp zwei Prozent, danach wird sie aber sinken. Die EZB begründet ihre Einschätzung mit einem stabilen Lohnwachstum und der absehbaren Konjunkturabschwächung.

dpa

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