Neue Eigentümer wollen Standort Kassel und Stellen erhalten - alte Geschäftsleitung bleibt im Amt

Wegu an Investoren verkauft

Herbert Bonrath (links) hat Wegu an die Equitrust AG verkauft, die von Erck Rickmers (rechts) kontrolliert wird. Fotos: Pinto/dpa

kassel. Der Kasseler Autozulieferer Wegu hat den Besitzer gewechselt. Der Hamburger Finanzinvestor Equitrust AG (siehe Hintergrund) hat mit Ausnahme der Aktivitäten in Kanada sämtliche Anteile von den bisherigen Gesellschaftern, Herbert, Andreas und Martin Bonrath übernommen. Das teilte Herbert Bonrath am Dienstag mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die kanadische Tochtergesellschaft mit 50 Beschäftigten war bereits Ende 2010 an einen anderen Investoren veräußert worden.

Bonrath hatte Wegu 1995 von der Gründerfamllie Dräbing übernommen, das Unternehmen vor dem sicheren Untergang bewahrt und zu einem modernen Autozulieferer umgebaut. Der 74-jährige Bonrath begründete den Verkauf mit seinem Alter und dem mangelndem Interesse seiner beide Söhne Andreas und Martin an der Fortführung Wegus, da beide unternehmerisch in anderen Branchen erfolgreich tätig seien.

Bonrath betonte, dass er bei der Auswahl des Investors darauf geachtet habe, „dass Wegu in gute Hände kommt und der Standort Kassel und die 190 Stellen erhalten bleiben“. Er sei sehr zuversichtlich, mit Equitrust einen Nachfolger gefunden zu haben, der das Unternehmen in seinem Sinne fortführe. Die Wegu-Geschäftsführer Michael Hagemann und Horst Zimmermann blieben im Amt.

Equitrust-Vorstand Dirk Tetzlaff versicherte, dass es weder eine Standortverlagerung noch einen Stellenabbau geben werde. Im Gegenteil: Equitrust wolle die Wegu-Aktivitäten ausbauen. Das Unternehmen sei in ausgewählten Nischen mit innovativen Produkten im Premium-Fahrzeugsegment sehr gut aufgestellt. „In diesen Nischen wollen wir Wegu erfolgreich weiterentwickeln“, sagte er. Das Equitrust-Engagement sei langfristig angelegt.

Wegu stellt unter anderem Schwingungsdämpfer für Audi, BMW, Daimler und Porsche her, die verhindern, dass Vibrationen und unangenehme Geräusche ins Fahrzeuginnere übertragen werden. Die se Bauteile kommen derzeit nur bei hochpreisigen Fahrzeugen zum Einsatz, künftig werden sie aber auch bei kleineren Autos eingesetzt wie etwa ab 2013 im Golf VII. Außerdem baut Wegu Kotflügelsysteme für den jetzigen und künftigen schweren Mercedes-Benz-Lkw Actros.

2010 steigerte Wegu den Umsatz um 24 Prozent auf 52,9 Mio. Euro und kehrte in die Gewinnzone zurück. 2009 hatte Wegu krisenbedingt einen Umsatzeinbruch von 27 Prozent auf 42,7 Mio. Euro sowie einen Verlust in ungenannter Höhe erlitten. Neben dem Stammwerk in Kassel betreibt Wegu auch eine kleine Fertigung mit 30 Beschäftigten in der Slowakei.

Von José Pinto

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