Weitblick neben antikem Helden

Spezialistin für Stahlkonstruktion: Gabriele Faßhauer ist Diplom-Bauingenieurin und Geschäftsleiterin.

Die Stahlkonstruktion für die Treppe stammt von der nordhessischen Stahl-baufirma Faßhauer in Großalmerode. Verantwortlich dafür zeichnen zwei Schwestern, die sich die Führung des Unternehmens teilen. „Ursprünglich war der Turm als Fluchtweg für die Arbeiter am Herkules-Denkmal gedacht“, sagt Gabriele Faßhauer. Sie ist Maschinenschlosserin, Diplom-Bauingenieurin und Geschäftsleiterin der Firma. Ihre Schwester Susanne leitet die kaufmännische Abteilung der Firma. Sie ist für die Bereiche Controlling und Marketing zuständig.

Wer die Idee hatte, den imposanten Turm für Besucher zugänglich zu machen, lässt sich heute kaum noch nachvollziehen. Die Stahlkonstruktion wurde in der Firma in Großalmerode vorgefertigt und in Segmenten zusammengebaut. Vor Ort arbeiteten ein Kranführer und drei Monteure an der Errichtung des Unterbaus. „Eine Schwierigkeit war, dass man anfangs nicht wusste, wie tragfähig der Boden ist“, sagt Gabriele Faßhauer, Spezialistin für Metallbaukonstruktionen. Im Oktober 2006 endete die dreimonatige Montagezeit. Ab April 2007 nutzten Tausende die zeitlich befristete Gelegenheit, die 170 Stufen bis ganz nach oben zu steigen. Unter ihren Füßen waren 50 Tonnen Stahl zu einer stabilen Konstruktion verarbeitet worden.

Die Stahlbaufirma arbeitet bundesweit an der Konstruktion, Fertigung und Montage von Stahlbauten. Im Ausland ist sie meist als Subunternehmen tätig. 50 Mitarbeiter sind im Familienunternehmen beschäftigt, dass 1961 von Ehrhard Faßhauer gegründet wurde.

Das Leistungsspektrum umfasst alle Angebote eines modernen Stahlbauunternehmens, von einem eigenen Konstruktionsbüro über Spezialfahrzeuge bis hin zu technischem Know-how wie dem großen Schweißeignungsnachweis mit Erweiterung für Betonstahlschweißen.

Hobbys als Ausgleich zur Arbeit

Den Ausgleich zur täglichen Arbeit finden die Schwestern buchstäblich auf dem Rücken der Pferde: Beide sind begeisterte Dressurreiterinnen. Susanne Faßhauer hegt eine weitere, ungewöhnliche Profession: Sie ist eine der wenigen Wassersommelière in Deutschland.

Eine Konstruktion aus dem Hause Faßhauer hat vor 20 Jahren für angeregte Diskussionen gesorgt: Die Treppe auf dem Königsplatz in Kassel. Sie war Überbleibsel der Documenta 9 und löste eine Kontroverse zwischen Architekt, Politikern und Bürgern aus. Im Jahr 2000 ließ sie der damalige Bürgermeister Lewandowski abreißen. „Das lag bestimmt nicht an unserer Konstruktion oder der Montage“, sagt Gabriele Faßhauer augenzwinkernd. ZIP L

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.