Weltbank: Weltwirtschaft schrumpft stärker

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Das Hauptquartier der Weltbank in Washington.

Washington - Neue Hiobsbotschaft für die globale Konjunktur: Die Weltbank hat ihre Prognose für dieses Jahr dramatisch nach unten korrigiert und erwartet nun, dass die Weltwirtschaft um drei Prozent schrumpft.

Bislang war die Entwicklungshilfeorganisation von einem Minus von 1,75 Prozent ausgegangen. Obwohl sich die Finanzmärkte in vielen Industrieländern inzwischen stabilisierten, stiegen Arbeitslosigkeit und ungenutzte Produktionskapazitäten, teilte die Weltbank am Donnerstag in Washington mit. Dadurch wachse der Druck auf die globale Wirtschaft.

Zwar sei zu erwarten, dass sich im Laufe des kommenden Jahres wieder Wachstum einstelle, sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick. “Doch das Tempo der Erholung ist ungewiss, und die Armen in vielen Entwicklungsländern werden weiter die Nachbeben (der Krise) zu spüren bekommen“, sagte er. Nach Einschätzung der Weltbank wird 2009 als Folge der Krise auch die Wirtschaft in den meisten Entwicklungsländern schrumpfen. Die Aussichten für ärmere Staaten seien düster, solange sich nicht die Lage bei den Exporten, bei Überweisungen von Familienmitgliedern aus dem Ausland und ausländischen Direktinvestitionen bis Ende 2010 bessere.

Mit ihrer nach unten korrigierten Prognose liegt die Weltbank deutlich unter der Vorhersage ihrer Schwesterorganisation, des Internationalen Währungsfonds. Der IWF hatte Ende April ein Schrumpfen der Weltwirtschaft in diesem Jahr um lediglich 1,3 Prozent vorhergesagt - laut IWF die mit Abstand schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

Zoellick erinnerte an die Versprechen der wichtigsten Wirtschaftsnationen (G20) bei ihrem jüngsten Gipfeltreffen in London, ihre jeweiligen Kreditmärkte und den internationalen Kapitalfluss wieder in Gang zu bringen. Diese Zusagen müssten bei den anstehenden G8-Beratungen weiter verfolgt werden, forderte er.

“Die Armen der Welt, die sich kaum schützen können, werden weiter von Schockwellen wirtschaftlichen Leids getroffen“, sagte Zoellick. Die internationale Gemeinschaft müsse in den kommenden Jahren mehr als bisher unternehmen, um Ressourcen zu mobilisieren, “damit die Armen nicht für eine Krise zahlen, die sie nicht verursacht haben“. Die Nachfrage der ärmsten Länder nach Weltbank-Krediten habe im endenden Fiskaljahr mit 13 Milliarden Dollar einen Rekord erreicht.

dpa

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