Insolvenzverwalter

656 Weltbild-Mitarbeiter in Auffanggesellschaft

+
Das Weltbild-Logistikzentrum in Augsburg.

Augsburg - Bei der existenzbedrohten Verlagsgruppe Weltbild sollen 656 Mitarbeiter in eine Auffanggesellschaft wechseln.

Mit diesem Schritt will Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz die Grundlage für die Rettung des katholischen Unternehmens schaffen. Geiwitz informierte am Donnerstag die Beschäftigten der Konzernzentrale in Augsburg über die geplanten Maßnahmen. Wenn die Mitarbeiter der Bereiche Verwaltung und Logistik das Angebot zum Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft annehmen, müssten derzeit keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden.

Insgesamt sind rund 2.200 Beschäftigte der Weltbild-Mutter direkt von der Insolvenz betroffen. Bei der Tochter, die in ganz Deutschland etwa 220 Weltbild-Geschäfte betreibt, bangen weitere 1.400 Mitarbeiter um ihre Jobs. Die Filialtochter befindet sich in einem sogenannten Schutzschirmverfahren, einer Vorstufe eines Insolvenzverfahrens. Geiwitz machte klar, dass mit Schließungen von Buchläden zu rechnen sei. Eine Größenordnung nannte er nicht. Eine Entscheidung werde es frühestens Ende April geben.

Der Insolvenzverwalter bezeichnete es als sinnvoll, an einem Multichannel-Vertrieb mit Online-Handel und Geschäften vor Ort festzuhalten. Er strebe weiterhin eine Gesamtlösung für Weltbild an und plane keine Zerschlagung und Veräußerung einzelner Bereiche. „Der Weg bis zum Gelingen einer gesamtheitlichen Sanierung der Verlagsgruppe ist noch hart und der Ausgang des Verfahrens noch nicht gewiss, ich bin jedoch vorsichtig optimistisch“, sagte Geiwitz.

Alle Worte des Jahres seit 1977

Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Seit 1977 wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden regelmäßig das Wort des Jahres. 1979 wurde der "Holocaust" zum Wort des Jahres gewählt. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Rasterfahndung" ist das Wort des Jahres von 1980. Damit wird ein in den 1970er Jahren infolge der vergeblichen Fahndung nach den RAF-Terroristen entwickeltes Verfahren zur vernetzten Durchsuchung von Datenbeständen beschrieben. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
1981 -"Nulllösung": Der Begriff wurde Anfang der 1980er-Jahre im Zusammenhang mit der Debatte um die Nachrüstung geprägt. 1981 unterbreitete US-Präsident Ronald Reagan (rechts) der Sowjetunion (hier Staatsoberhaupt Leonid Breschnew) den Vorschlag einer beiderseitigen Nulllösung für landgestützte Mittelstreckenraketen. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Die "Ellbogengesellschaft" hat das Rennen im Jahr 1982 gemacht. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Heißer Herbst" wurde im Jahr 1983 zum Wort des Jahres gewählt. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Als Protest zu Dreckschleudern wie auf diesem Bild, wurde 1984 das "Umweltauto" zum Wort des Jahres ernannt. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Glykol" wurde nach dem Glykolwein-Skandal zum Wort des Jahres 1985. Aufgrund des süßen Beigeschmacks nutzten verschiedene Weinerzeuger Diethylenglycol, um ihre Weine verbotenerweise zu „veredeln“. Dabei gefährdeten sie die Gesundheit ihrer Konsumenten, denn Diethylenglycol kann Gesundheitsschäden verursachen. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Tschernobyl" wurde nach der Explosion im gleichnamigen Kernreaktor zum Wort des Jahres 1986. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
AIDS und Kondom: Diese beiden Wörter bestimmten die öffentliche Diskussion im Jahr 1987. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
1988 wurde die "Gesundheitsreform" gewählt. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
1989 war für die ehemaligen DDR-Bürger endlich die Ausreise ohne Antrag oder Erlaubnis möglich. Die "Reisefreiheit" wurde damals zum Wort des Jahres. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Die neuen Bundesländer" ernannte man 1990 zum Wort des Jahres. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Das ost- und das westdeutsche (Pfeil) Sandmännchen friedlich nebeneinander: Das Wort des Jahres 1991 beschreibt ein etwas unentspannteres Verhältnis. "Besserwessi" (Besserwisser und Wessi) entstand nach der deutschen Wiedervereinigung in den 1990er Jahren und bezeichnet abschätzig das Verhalten einiger westdeutscher Bürger gegenüber der ostdeutschen Bevölkerung, das als besserwisserisch und arrogant empfunden wurde. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
1992 entschied sich die Jury für "Politikverdrossenheit". © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Der "Sozialabbau" machte das Rennen im Jahr 1993. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Ein "Superwahljahr" gab es 1994. In diesem Jahr wurde es auch das Wort des Jahres. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
1995 war "Multimedia" der Favorit der Jury. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Das "Sparpaket" hat meistens einen negativen Beigeschmack für die Bevölkerung. 1996 bestimmte es die öffentliche Diskussion. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Das Jahr 1997 stand unter dem Motto "Reformstau". Dieses Schlagwort kritisiert das Unterbleiben gewünschter politischer oder struktureller Reformen und wurde damals zum Wort des Jahres. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
1998 wurde "Rot-Grün" gewählt - auch zum Wort des Jahres. Hier der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und sein Vize Joschka Fischer (Die Grünen). © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Millenium" wurde zum Wort des Jahres 1999 gewählt. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Die "Schwarzgeldaffäre" wurde das Wort des Jahres im Jahr 2000. Sie bezeichnet die illegale Spendenpraxis der CDU in den 1990er Jahren unter dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (rechts). (Hier mit dem damaligen CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep) © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Nach den Terroranschlägen auf das Word Trade Center in New York wurde der "11. September" zum Wort des Jahres 2001. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Mit der Einführung des Euro hatten viele das Gefühl, dass die Preise von Produkten und Dienstleistungen schlagartig gestiegen sind. Der Begriff "Teuro" drückte den Unmut der Bevölkerung aus und wurde 2002 zum Wort des Jahres gewählt. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Das alte Europa" ist das Wort des Jahres 2003. Der ehemalige us-amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verwendete diesen Begriff auf einer Pressekonferenz. Viele verstanden den Ausdruck als abwertende Bezeichnung für jene europäischen Länder, die eine Teilnahme am Irak-Krieg von 2003 ablehnten oder sich kritisch dazu äußerten. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
"Hartz IV" machte 2004 das Rennen. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Mit der Wahl von Angela Merkel im Jahr 2005 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik eine Frau zum Staastsoberhaupt gewählt. "Bundeskanzlerin" wurde daraufhin das Wort des Jahres im Jahr 2005. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Nach der Fußball-Euphorie zur WM 2006, wurde der Begriff "Fanmeile" zum Wort des Jahres bestimmt. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
2007 entschied sich die Jury für die "Klimakatastrophe". © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
Seit 2008 sind die Konsequenzen der "Finanzkrise" zu spüren. Seither meldet ein Finanzunternehmen nach dem anderen Insolvenz an. "Finanzkrise" wurde das Wort des Jahres 2008. © dpa
Wahl zum Wort des Jahres der letzten Jahres
2500 Euro Prämie, wenn ein altes Kraftfahrzeug verschrottet und ein Neuwagen oder Jahreswagen zugelassen wird. Die "Abwrackprämie" war eine Maßnahme zur Ankurbelung der Autobranche und ist 2009 das Wort des Jahres. © dpa
“Wutbürger“ ist das Wort des Jahres 2010. “Wutbürger“ stehe für die Empörung in der Bevölkerung, “dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden“. Das wichtigste Beispiel dafür war “Stuttgart 21“, das die Sprachexperten auf Platz zwei wählten. © dpa
“Stresstest“ ist das Wort des Jahres 2011. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt. © dpa

Die Mitarbeiter, die in die Auffanggesellschaft wechseln, sollen bis zu ein Jahr lang 85 Prozent ihrer bisherigen Nettogehälter erhalten. Zudem sollen sie weitergebildet werden, damit sie neue Jobs finden. Die Laufzeit und Entgeltzahlungen seien außergewöhnlich hoch, sagte Geiwitz. Dazu soll auch die katholische Kirche beitragen, die bis zu 65 Millionen Euro zur Rettung der Arbeitsplätze zur Verfügung stellen will.

Die kirchlichen Gesellschafter hatten Weltbild im Januar den Geldhahn zugedreht und so den Insolvenzantrag herbeigeführt. Im vergangenen Jahr hatte Weltbild laut Geiwitz etwa 100 Millionen Euro Verlust verbucht. Um das Unternehmen zu retten, sei auch der Einstieg eines Investors notwendig. Bislang seien mehrere unverbindliche Angebote eingegangen. Namen von Interessenten nannte Geiwitz nicht.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.