Erneuerbare Energien: Immer mehr Regionen stellen um und verdienen mit

Wende nicht aufzuhalten

kassel. Die regenerativen Energien schonen nicht nur Klima und Rohstoffreserven, sondern entwickeln sich zunehmend zu lokalen und regionalen Wirtschaftsfaktoren – und sind nach Einschätzung von Experten nicht mehr aufzuhalten. Das ist das Fazit des Kongresses „100 Prozent Erneuerbare-Energie-Regionen“ in Kassel, an der 700 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet teilnahmen. Veranstaltet wird der Kongress vom Kasseler Kompetenznetzwerk für Dezentrale Energien (Deenet) und der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in Berlin.

Deenet-Chef Martin Hoppe Kilper misst Kommunen und Kreisen bei der Umstellung des heutigen Energiesystems auf Erneuerbare eine Schlüsselrolle zu. Sie könnten dezentrale Energieprojekte unter Beteiligung der Bürger am ehesten vorantreiben.

Wie weit die Umstellung bereits gediehen ist, zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der AEE: In 72 Kommunen und Landkreisen sei die komplette Umstellung der lokalen und regionalen Energieversorgung auf Erneuerbare absehbar. In zahlreichen anderen Gebieten seien die Weichen dafür gestellt. Insgesamt sei die Wende auf 52 Prozent der Staatsfläche zumindest eingeleitet. Davon betroffen seien 43 Prozent der 81 Millionen Bundesbürger. Zu besonders fortschrittlichen Regionen zählen Nordhessen insgesamt sowie Kommunen wie Wolfhagen, Alheim, Trendelburg und Niestetal. Auch in Niedersachsen gibt es Vorzeigegebiete wie das Aller-Leine-Tal zwischen Hannover und Bremen. Beispiel Wolfhagen: 45 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom, die jährlich in der Stadt samt Ortsteilen verbraucht werden, steht derzeit eine Produktion regenerativen Stroms von 20 Mio. kWh im Stadtgebiet gegenüber. Könnten die Stadtwerke wie geplant fünf große Windkraftanlagen an einem umstrittenen Waldstandort aufstellen, wäre die Kommune auf einen Schlag Energie-autark. Beispiel Aller-Leine-Tal: Dort wird bereits 70 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus Erneuerbaren gewonnen. In zwei Jahren sollen es 100 Prozent werden, danach will die Region sogar zum „Stromexporteur“ werden. Die Energiewende gelang durch den Einsatz aller verfügbaren Energieträger: Sonne, Wind, Wasser, Biogas und Erdwärme.

In der AEE-Studie heißt es, dass die Erneuerbaren in kommunaler und regionaler Regie 2009 eine Wertschöpfung von 6,75 Mrd. Euro erzielt haben. Das ist die Summe aus Investitionen, Steuern, Umsätzen, Gewinnen, Kosten für Betrieb und Wartung der Anlagen sowie Löhnen. „Dieses Geld blieb in den Regionen“, sagte Jörg Mayer von der AEE. Bis 2020 soll sich diese Summe auf 13,2 Mrd. Euro fast verdoppeln.

Von José Pinto

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