Weniger Aufträge

Maschinenbauer warten auf den Aufschwung

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Deutsche Maschinenbauer müssen sich in Geduld üben.

Frankfurt/Main - Der deutsche Maschinenbau steckt seit Monaten in den Startlöchern - doch das Geschäft kommt einfach nicht in Schwung. Die Unternehmen verschieben ihre Investitionen in Ausrüstungsgüter.

Deutschlands Maschinenbauer leiden weiter unter der Rezession im Euroraum und der schwachen Weltkonjunktur. Im Juni lagen die Auftragseingänge preisbereinigt (real) um fünf Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag in Frankfurt bekanntgab. „Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau muss sich weiter in Geduld üben, der Aufschwung lässt auf sich warten“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Hoffnungen auf ein Wachstum der mittelständisch geprägten Branche in diesem Jahr hat der Verband inzwischen begraben.

Euro-Geschäft schwächelt

Im Juni sank das Inlandsgeschäft um vier Prozent, das Auslandsgeschäft um sechs Prozent. Die schwachen Inlandsorders seien letztlich ein Spiegelbild der unbefriedigenden Investitionstätigkeit in Deutschland, sagte Wiechers. Noch schwächer verlief im Juni das Geschäft mit den Euro-Partnerländern. Bei einem Rückgang um 19 Prozent im Juni falle es schwer, von einer wirtschaftlichen Stabilisierung der Eurozone zu reden. Auch die zaghaften Impulse der verbleibenden Weltwirtschaft konnten die Nachfrage nicht ins Plus ziehen.

Nach sechs Monaten ist klar: Die Schlüsselindustrie mit 980 000 Beschäftigten kommt nicht in Fahrt. Besonders das erste Quartal verlief schwach. Insgesamt ergibt sich beim Auftragseingang im ersten Halbjahr ein Minus von einem Prozent. „Das hört sich nicht dramatisch an“, sagte Wiechers. Das Inlandsgeschäft sei aber enttäuschend verlaufen: „Ein Minus von sechs Prozent reflektiert letztlich die schwache Nachfrage nach Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland. In Deutschland wird zu wenig investiert.“ Dabei mache sich die Krise im Euroraum bemerkbar: „Denn viele Investitionen sind ausgerichtet auf den Euromarkt. Entsprechend ist die Nachfrage geringer.“

Top Ten der unbeliebten Berufe

Top Ten der unbeliebten Berufe
Eine Studie hat gezeigt, welche zehn Berufe bei den Deutschen am unbeliebtesten sind. Platz 10: Journalist. Zwölf Prozent glauben, das sei kein erstrebenswerter Beruf. © dpa
Top Ten der unbeliebten Berufe
Platz 9: Arzt. Ob es an den Schikanen der Politik liegt oder woran sonst, ist unklar. Fakt ist, 13 Prozent der Befragten bewerten den Beruf des Arztes als unbeliebt. © dpa
Top Ten der unbeliebten Berufe
Platz 8: Bankkaufmann. Wir brauchen sie alle, wollen ihren Job aber nicht machen: 15 Prozent der Befragten finden es nicht erstrebenswert Bankkaufmann oder -frau zu sein. © dpa
Top Ten der unbeliebten Berufe
Platz 7: Reinigungskraft. © dpa
Top Ten der unbeliebten Berufe
Platz 6: Grundschullehrer. 22 Prozent der Befragten nannten den Beruf des Grundschullehrers unbeliebt. © dpa
Top Ten der unbeliebten Berufe
Platz 5: Landwirt. Sich mit Viehhaltung und den besten Saatkörnern auseinanderzusetzen, steht bei den Deutschen nicht sehr hoch im Kurs. © dpa
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Platz 4: Straßenkehrer. Beinahe jeder Fünfte kann sich nicht vorstellen wie diese Männer nach dem Rosenmontagszug in Köln als Straßenkehrer zu arbeiten. © dpa
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Platz 3: Fernfahrer. Bei 29 Prozent der Befragten ist der Beruf des Fernfahrers unbeliebt. © dpa
Top Ten der unbeliebten Berufe
Platz 2: Politiker. Jeder dritte Deutsche empfindet den Beruf des Politikers als nicht erstrebenswert. Hier: Silvana Koch-Mehrin, Europaabgeordnete. © dpa
Top Ten der unbeliebten Berufe
Platz 1: Versicherungsvertreter. Ihnen unterstellen 45 Prozent der 1000 Befragten, dass sie tricksen und ihren Kunden etwas aufquatschen. © dpa

Etwas überraschend nahmen dabei die Bestellungen aus dem Euroraum selbst in den ersten sechs Monaten aber um zwei Prozent zu, während die Order aus dem Rest der Welt auf Vorjahresniveau stagnierten. „Wir haben im Euroraum Nachholbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern“, erklärte der VDMA-Chefvolkswirt diese Entwicklung.

Nach einem enttäuschenden Start ins Jahr hatte der Verband Anfang Juli seine Prognose für 2013 deutlich gesenkt. Ursprünglich war ein Plus bei der Produktion von zwei Prozent in diesem Jahr angepeilt worden. Inzwischen haben sich die exportorientierten Maschinenbauer auf ein Minus von einem Prozent eingestellt. Doch auch diese pessimistischere Prognose verlangt, dass das Geschäft anspringt. Nach fünf Monaten lag die Produktion noch 4,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, beim Umsatz stand nach sechs Monaten ein Minus von vier Prozent.

Doch die größtenteils mittelständischen Unternehmen scheinen weiter an bessere Zeiten zu glauben. Mit 980 000 Mitarbeitern beschäftigen die Betriebe genauso viele wie im Januar, sagte Wiechers: „Die Unternehmen warten ab. Sie halten ihre Polster und damit ihre Kapazitäten, um dann auf einen beginnenden Aufschwung passend reagieren zu können.“

dpa

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