2011 Vollbeschäftigung am Daimler-Standort in Kassel

Läuft wieder: Auch die Produktion von Transporter-Achsen im Kasseler Daimler-Werk ist zur Normalität zurückgekehrt. Foto: Koch

Kassel. Das Lkw-Achsenwerk des Daimler-Konzerns in Kassel hat die Krise weitgehend überwunden und stellt auf Normalbetrieb um. Das sagte Werkleiter Holger Steindorf während einer Betriebsversammlung am Dienstag.

Allerdings sieht er das Werk mit seinen gut 2900 Beschäftigten noch weit entfernt von den hohen Produktionszahlen des Boomjahres 2008, in dem 580 000 Achsen für Lastwagen, Busse, Trailer und Transporter von den Bändern liefen. Erst 2012 bis 2014 werde dieses Niveau wieder erreicht.

Zur Erinnerung: Im Krisenjahr 2009 halbierte sich der Absatz infolge eines weltweiten, dramatischen Nachfrage-Einbruchs nach Lkw und Transportern auf 280 000 Achsen. In diesem Jahr sollen es wieder gut 400 000 werden, 2011 geht es weiter bergauf in Richtung 500 000. „Die Vollbeschäftigung der Stammbelegschaft ist 2010 gesichert“, sagte Steindorf.

Hohe Investitionen

40 Millionen Euro hat Daimler in diesem Jahr in seinen nordhessischen Standort und in neue Produkte investiert. 2011 soll es deutlich mehr werden. Genaue Zahlen nannte Steindorf aber nicht. Besonders wichtig sind der Anlauf der neuen Achse für den schweren Lkw Actros im kommenden Jahr und die Vorbereitungen für die Produktion der nächsten Hinterachsgeneration für den Sprinter ab 2013, die bis weit ins nächste Jahrzehnt gebaut werden soll. „Diese und andere neue Produkte sichern den Standort“, sagte der Werkleiter.

Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel forderte den Ausbau des Geschäfts mit Kunden außerhalb des Konzerns. Nur so könnten Auftragsschwankungen aufgefangen werden. Steindorf dagegen betonte, dass die Zukunft des Standorts nur dann dauerhaft gesichert werden könne, wenn es Kassel gelinge, seinen Platz im Weltproduktionsverbund des Daimler-Konzerns zu behalten. Und dazu bedürfe es neuer, guter Produkte, die nicht jeder herstellen könne. „Wir müssen uns stärker auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren.“

Auch Seidel unterstrich die Notwendigkeit weiterer Zukunftsprojekte für den Standort. Außerdem forderte er eine „angemessene Beteiligung der Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg“, eine konkrete Zahl nannte er aber nicht. Für 2007 beispielsweise hatte die Sonderzahlung bei 3750, für das Krisenjahr 2009 bei nur 500 Euro gelegen.

Angesichts eines erwarteten Vorsteuerergebnisses von sieben Milliarden Euro ist die Erwartungshaltung der Daimler-Beschäftigten derzeit besonders hoch – zumal sie im Krisenjahr 2009 wegen Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzung erhebliche Einkommenseinbußen hinnehmen mussten.

Von José Pinto

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