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Elster: Grundsteuererklärung bringt ältere Nutzer zur Verzweiflung – Es fließen sogar Tränen

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Von: Lisa Mayerhofer

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Bis Ende Oktober haben Eigentümer Zeit, um ihre Grundsteuererklärung abzugeben. Doch das Ausfüllen der Online-Formulare über Elster bringt viele Nutzer zur Verzweiflung.

Düsseldorf – Seit dem ersten Juli können Eigentümer ihre Erklärung zur Grundsteuer abgeben. Sie haben nicht viel Zeit: Bis zum 31. Oktober sollen alle Besitzer von Grundbesitz in Form von Grundstücken, Wohnungen oder Häusern abgeben. Dabei sollte die Abgabe möglichst elektronisch erfolgen – über das Steuer-Portal Elster.

Elster und Grundsteuererklärung: Informationsschreiben sorgt für Verzweiflung

Doch dies stellt sich für viele Nutzer nicht so einfach dar. Vor allem ältere Menschen seien überfordert, berichtet ein Hotline-Mitarbeiter, der für das Finanzamt in Nordrhein-Westfalen telefonisch Fragen zur Grundsteuer beantwortet, dem Spiegel. Das beginne schon mit dem in Beamtendeutsch verfassten Informationsschreiben, das die nordrhein-westfälischen Ämter verschickt hätten.

Einige ältere Anrufer hätten am Telefon geweint, weil sie das Schreiben, das eigentlich bei der Abgabe der Erklärung helfen soll, nicht verstanden hätten, so der Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte, gegenüber dem Spiegel. „Die dachten, da kommt jetzt eine Riesenrechnung“. Er kritisiert auch, dass in dem Schreiben die wichtigsten Informationen nicht erwähnt würden: Welche Unterlagen den Nutzern beim Ausfüllen der Grundsteuererklärung helfen, wie etwa der Grundbuchauszug.

Grundsteuer: Mitarbeiter rät bei Verzweiflung zur Abgabe in Papierform

Wer bei Elster nachsehen will, wird auch nicht schlauer: Auch dort gibt es anfangs keine Informationen, welche Daten zum Ausfüllen benötigt werden und wo diese zu finden sind. Am brauchbarsten seien Checklisten und Erklärungen auf externen Websseiten – aufgeschlüsselt nach Bundesland. Denn die Modelle zur Erklärung der Grundsteuer unterscheiden sich je nach Bundesland, was für zusätzliche Verwirrung sorgt. Bayern verwendet zum Beispiel ein einfacheres Modell als Nordrhein-Westfalen – auch sind hier die Hürden niedriger, die Grundsteuererklärung in Papierform abzugeben.

Die Papierform empfiehlt der Hotline-Mitarbeiter laut Spiegel auch verzweifelten Nutzen am Telefon: „Wenn sich Leute noch nicht einmal bei Elster angemeldet haben, sage ich mittlerweile oft: Lassen Sie das ganz sein, machen Sie die Erklärung auf Papier. Das schont die Nerven, für beide Seiten. Denn in Papierform bekommt man keine Fehlermeldungen, die man dann eine halbe Stunde lang übers Telefon loszuwerden versucht.“

Zwar würde suggeriert werden, dass man erst beweisen müsse, dass man die Erklärung auf keinen Fall online machen kann. „Aber ich will nicht, dass mir 90-Jährige erst ihre Krankheitsgeschichte erzählen müssen“, sagt der Mitarbeiter dem Magazin. Mittlerweile setze er jeden, der das möchte, auf die Postliste.

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