Wettbewerb Promotion Nordhessen: Erster Platz für Kasseler Programm-Entwickler

Führen virtuell durch Messehallen und Flughäfen: Embia-Gründer Mathias Steins (rechts) und Henrik Schulze.

Kassel. Unternehmen, Institutionen und ganze Städte und Regionen virtuell begehbar machen - das kann die Internet-Anwendung Embiaguide der Kasseler Embia GmbH.

Für die nach eigenen Angaben weltweit einzigartige Erfindung gewannen Mathias Steins und Henrik Schulze beim bundesweiten Wettbewerb Promotion Nordhessen den mit 12 000 Euro dotierten ersten Platz. Gestern Abend wurden die Preise in Kassel verliehen.

Mit dem Computerprogramm können sich zum Beispiel Besucher einer Messe Tage vor dem Ereignis durch die künstlich erzeugten, dreidimensionalen Gänge bewegen, sich orientieren und spezielle Stände heraussuchen.

Mit einem Mausklick sind zusätzliche Informationen zu den Ausstellern abrufbar. Das funktioniert auch an Informationspunkten vor Ort. Außerdem ermittelt das Programm die optimale persönliche Route und gibt Streckenlänge und benötigte Laufzeit an. Messe-Organisatoren und Aussteller unterstützt die Software bei der Planung und Vermarktung der Stände.

Auf Flughäfen können sich Nutzer vom Parkhaus bis zum Abflug im Vorfeld einen Ein- und Überblick verschaffen.

Erstmals konnten sich in diesem Jahr auch bestehende kleine und mittlere Unternehmen beteiligen, die innovative Wachstumspläne für neue Geschäftsfelder und Produkte vorlegen. In der neuen Kategorie „Wachstum“ belegten Dirk Fräger, Andreas Gräwingholt und Jonas Albrecht mit ihrer German E-Cars GmbH den ersten Platz. Die Grebensteiner erhielten ein Preisgeld von 5000 Euro für einen selbstentwickelten Elektroantrieb. Dieser soll künftig nicht nur in ihrem Elektro-Kleinwagen Stromos, der auf dem Suzuki Splash basiert, zum Einsatz kommen, sondern in allen Bereichen verwendet werden können, wo heute herkömmliche Motoren als Antrieb dienen. Das Auto kostet mit fast 42 000 Euro das Vierfache eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor.

Der Wettbewerb wird vom Regionalmanagement Nordhessen getragen. Das Budget von 300 000 Euro wird zur Hälfte vom Land Hessen mit EU-Mitteln aufgebracht, den Rest steuern Sponsoren, darunter die SMA Technology AG, der Energieversorger Eon, die HNA und die Kasseler Sparkasse, bei.

Insgesamt 40 000 Euro Preisgelder wurden ausgeschüttet, ein Drittel weniger als im Vorjahr. Die Zurückhaltung sei ein Wunsch des Landes Hessen, sagt Holger Schach, Geschäftsführer des Regionalmanagements. Es solle Sparsamkeit gezeigt, aber auch das Signal gesetzt werden, dass es bei dem Preis nicht in erster Linie um Geld gehe. „Wichtig ist die Teilnahme“, sagt Schach. Der erste Wettbewerb hatte im Jahr 2000 umgerechnet 174 000 Euro an zehn Preisträger ausgeschüttet. An der elften Runde 2010 hatten sich 141 Teilnehmer mit 42 Geschäftsplänen beteiligt, darunter weniger als zehn bereits etablierte Unternehmen.

Die fünf weiteren Gewinner:

In der Kategorie „Neugründung“ belegten Lars Kastrup und Gerald Donnert von Abberior mit einem neuen Farbstoff zur Zellmikroskopie den mit 9000 dotierten zweiten Platz. 6000 Euro für Platz drei erhielt Jürgen Krämer von der Krämer Energietechnik aus Zierenberg für Generatoren, die mit Abwasser umweltfreundlich Energie erzeugen. Julia Stock und Jochen Roth von Vindbergh Design in Kassel erhielten 4000 Euro für ihre ausgefallenen Produkte für Individualisten. In der Kategorie „Wachstum“ folgen dem Gewinner German E-Cars die DigiDreams Studios aus Habichtswald auf dem zweiten Platz. Oliver Krekel und Anika Neubauer erhielten 3000 Euro für ihr 3D-Filmproduktionsunternehmen. Platz drei belegte Martin Moscheid von der Rosentaler E-Mobile Motors GmbH. 1000 Euro erhielt er für die Neuentwicklung des Elektroautos TW4XP. (jbz)

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