Zwischen Kunst und Scherben

Wie werde ich Glasbläserin/Glasbläser?

Volle Konzentration: Die Auszubildende Johanna Barth formt in der Berufsfachschule Glas in Lauscha (Thüringen) Glas zu einem kleinen Becher. Foto: Candy Welz
1 von 7
Volle Konzentration: Die Auszubildende Johanna Barth formt in der Berufsfachschule Glas in Lauscha (Thüringen) Glas zu einem kleinen Becher. Foto: Candy Welz
Als Glasbläserin arbeitet die Auszubildende Johanna Barth häufig mit Feuer. Gerade am Anfang bleiben Brandblasen dabei häufig nicht aus. Foto: Candy Welz
2 von 7
Als Glasbläserin arbeitet die Auszubildende Johanna Barth häufig mit Feuer. Gerade am Anfang bleiben Brandblasen dabei häufig nicht aus. Foto: Candy Welz
Wer wie Johanna Barth Glasbläser werden möchte, hat zwei Möglichkeiten: Eine duale Ausbildung oder der Besuch einer Glasfachschule. Foto: Candy Welz
3 von 7
Wer wie Johanna Barth Glasbläser werden möchte, hat zwei Möglichkeiten: Eine duale Ausbildung oder der Besuch einer Glasfachschule. Foto: Candy Welz
Ausbilder Günther Horn erklärt Johanna Barth, wie mit Silbernitrat die Verspiegelung der Christbaumkugeln gelingt. Foto: Candy Welz
4 von 7
Ausbilder Günther Horn erklärt Johanna Barth, wie mit Silbernitrat die Verspiegelung der Christbaumkugeln gelingt. Foto: Candy Welz
Seit Monaten sind die Auszubildenden damit beschäftigt, 2000 Kugeln herzustellen, die den Weihnachtsbaum vor dem Buckingham-Palast in London schmücken werden. Foto: Candy Welz
5 von 7
Seit Monaten sind die Auszubildenden damit beschäftigt, 2000 Kugeln herzustellen, die den Weihnachtsbaum vor dem Buckingham-Palast in London schmücken werden. Foto: Candy Welz
Bis Johanna Barth ihre erste Glaskugel geformt hatte, brauchte es mehrere Versuche. Um an der Berufsfachschule Glas in Lauscha angenommen zu werden, musste sie einen Test bestehen. Foto: Candy Welz
6 von 7
Bis Johanna Barth ihre erste Glaskugel geformt hatte, brauchte es mehrere Versuche. Um an der Berufsfachschule Glas in Lauscha angenommen zu werden, musste sie einen Test bestehen. Foto: Candy Welz
Nachdem die Auszubildende Johanna Barth die Glaskugeln geformt hat, stellt sie diese zum Trocknen ab. Foto: Candy Welz
7 von 7
Nachdem die Auszubildende Johanna Barth die Glaskugeln geformt hat, stellt sie diese zum Trocknen ab. Foto: Candy Welz

Zur Weihnachtszeit werden die Schätze hervorgeholt: handgeblasene und bemalte Christbaumkugeln. An der Berufsfachschule im thüringischen Lauscha können Auszubildende sich als Glasbläser darauf spezialisieren. Doch das Berufsfeld ist noch viel breiter.

Lauscha (dpa/tmn) - Glas ist ein fragiles Material. Es zu formen, erfordert Geduld und Übung. Die ersten Versuche, eine Form zu blasen, sind schwierig. "Wenn man das hinbekommt, ist man ganz schön stolz", sagt Johanna Barth.

Die 23-jährige ist im ersten Lehrjahr zur Glasbläserin an der Berufsfachschule im thüringischen Lauscha, das für sein Glasbläserhandwerk bekannt ist. In den ersten beiden Jahren lernen die Auszubildenden in Lauscha die Grundlagen, im dritten Jahr spezialisieren sie sich auf Glasgestaltung oder Christbaumschmuck – der Bereich, den die meisten Menschen mit diesem Handwerk verbinden. Im Fachbereich Glasgestaltung werden unter anderem Schalen, Schmuck und Dekorationsobjekte hergestellt.

"Der Begriff Glasbläser ist eher ein Oberbegriff, unter dem sich eine Vielzahl von Berufen zusammenfindet", erklärt Peter Schweifel, Vorsitzender des Verbands Deutscher Glasbläser. Neben dem künstlerischen Bereich finden sich viele weitere Berufe – vom Glasapparatebauer bis zum Thermometermacher. Auch auf Kunstaugen können sich Glasbläser spezialisieren.

Die Berufsfachschule in Lauscha sei die einzige, die sich auf Christbaumschmuck spezialisiert habe, berichtet Fachpraxislehrer Günther Horn. Derzeit läuft dort ein besonderes Projekt: Seit Monaten sind die Auszubildenden damit beschäftigt, 2000 Kugeln herzustellen, die den Weihnachtsbaum vor dem Buckingham-Palast in London schmücken werden – verziert mit einem Wappenstempel des Landkreises Sonneberg. Grundsätzlich gibt es für Glasbläser verschiedene Möglichkeiten: Eine duale Ausbildung oder der Besuch einer Glasfachschule. Allerdings wird in den Betrieben kaum noch ausgebildet, sagt Alexander Legowski vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). An der Glasfachschule seien die Zahlen klein, aber stabil, berichtet Günther Horn. Neun Lehrlinge haben in diesem Jahr in Lauscha angefangen. "Jeder Glasbläser, der hier aufhört, könnte sofort einen Job bekommen", sagt Horn. Derzeit gingen viele ältere Glasbläser in den Ruhestand.

Glasbläser erwärmen Glasröhren oder Glasstäbe, bis das Glas formbar wird. Mit Werkzeugen wie der Glasmacherpfeife modellieren sie das Glas und blasen Formen. Anschließend lackieren oder bemalen sie das Ergebnis. Voraussetzung für den Besuch der Glasfachschule ist ein Hauptschulabschluss. Außerdem gibt es einen Eignungstest.

Auch Tamara Fischer liebt das künstlerische Glasblasen, hat sich aber für eine andere Richtung entschieden. An der Glasfachschule in Zwiesel im Bayerischen Wald ist Fischer im dritten Jahr der Ausbildung zur Glasapparatebauerin. Sie lernt, Geräte herzustellen, die vor allem in Laboratorien eingesetzt werden. Dazu bearbeitet sie vorgefertigte Glasrohre und -stäbe, bläst Glaskugeln oder verschmilzt Glas mit Metall.

Das Berufsfeld Glas verändert sich außerdem: Die Ansprüche an die Fehlerfreiheit des Glases und die Perfektion der Bearbeitung würden immer größer, sagt Schweifel. Er betont jedoch, dass die verschiedenen Glasberufe gefragt seien, auch wenn sie nur Nischen abdeckten. Seiner Kenntnis nach erlebten sowohl der Glasapparatebauer als auch der Thermometermacher, der Flachglasmechaniker und der Verfahrensmechaniker Glastechnik in den vergangenen fünf Jahren einen Aufschwung. Und auch die Nachfrage nach Weihnachtskugeln scheint ungebrochen – wie der Auftrag für die britische Queen zeigt.

Glasbläser - Richtung Christbaumschmuck

Glasbläser - Richtung Glasgestaltung

Glasbläser - Richtung Kunstaugen

Glasapparatebauer

Thermometermacher

Flachglasmechaniker

Verfahrensmechaniker Glastechnik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.