Wie werde ich..? Parkettleger/in

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Hämmern, wachsen, ölen: Parkettleger wie Simone Alloro aus Hamburg arbeiten viele Stunden auf den Knien. Sie brauchen deshalb eine gute körperliche Verfassung. Foto: Markus Scholz

Herne (dpa/tmn) - Ein Parkettboden kann aus einer durchschnittlichen Wohnung einen Hingucker machen. Doch bis ein Fischgrätmuster den Fußboden ziert, leisten Parkettleger Knochenarbeit. Wer sich für den Beruf interessiert, braucht Liebe zu Holz - und gute Augen.

Parkettleger legen nicht immer Parkett. Manchmal bringen sie auch Linoleum auf den Boden. Oder Teppich, PVC und Laminat. Oder es steht sogar ein schwingender Untergrund für eine Sporthalle auf dem Terminkalender. Wie die verschiedenen Bodenbeläge zu behandeln sind, ist Gegenstand der Parkettleger-Lehre, erklärt Tobias Michalak vom Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik. Das Augenmerk liegt aber auf dem echten Holzboden: Das sei das Kerngeschäft, sagt Stephan Doll vom Landesinnungsverband Parkettlegerhandwerk und Fußbodentechnik Bayern.

Parkettleger sind die Experten, wenn es um alte Dielen und Co. geht. Für die anderen Beläge kommen häufig auch Bodenleger zum Einsatz - ein Ausbildungsberuf mit großen Überschneidungen zum Parkettleger.

2012 starteten laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 273 Jugendliche in die Lehre zum Parkettleger. Bislang ist der Beruf männerdominiert: Von den 705 Azubis, die es 2012 gab, waren nur 6 weiblich.

Ausmessen, sägen, schleifen, versiegeln, wachsen, ölen - das sind die Hauptaufgaben von Parkettlegern. Bevor sie damit anfangen können, müssen sie erst einmal den Raum unter die Lupe nehmen und beurteilen: Kann hier überhaupt Parkett liegen? Dafür messen sie zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit, erklärt Jorg-Günther Grunwald vom BIBB. Und sie schauen sich den Untergrund genau an: Hat der Estrich Risse oder Löcher?

Wenn ja, müssen sie den Untergrund erst glätten. Dann kommen die Holzexperten mit ihrem Fachwissen zum Zug: Welche Holzart eignet sich für den Raum? Um das zu beantworten, müssten die Parkettleger in Erfahrung bringen, wofür der Raum später genutzt werden soll, erklärt Doll von Landesinnungsverband. In einem Badezimmer dürften zum Beispiel nur bestimmte Holzarten verlegt werden. Und für Räume, durch die viele Menschen mit Schuhen gehen, ist womöglich Massivholz besser. Das gilt etwa für Geschäfte.

Für die Wahl und das Verlegen des Musters brauchen Parkettleger Kreativität und Kommunikationsfähigkeit. Sie müssen die Wünsche des Kunden verstehen und umsetzen können. Mathematik sollte angehenden Lehrlingen Spaß machen - denn Flächen zu berechnen, gehört zum Job dazu. Genau wie die Mengenberechnung: Wie viel Parkett wird für diesen Raum benötigt? Rechenfehler kosten in diesem Fall Geld.

Wichtig ist weiter, dass Auszubildende genau beobachten. Dazu gehört zum Beispiel, Materialfehler oder feine Farbunterschiede im Parkett zu erkennen und die entsprechenden Hölzer auszusortieren.

Und noch etwas ist Voraussetzung, an das manche Bewerber vielleicht nicht denken: körperliche Fitness. Parkettleger verbringen rund 80 Prozent ihrer Arbeitszeit auf den Knien, schätzt Michalak. Mit einem kaputten Rücken oder Knieproblemen wird das schwer.

Als Berufseinsteiger können Parkettleger mit einem Nettogehalt von etwa 1500 Euro pro Monat rechnen, wenn sie fest angestellt sind, schätzt Michalak. Die Berufsaussichten sind laut Doll gut. Es gebe bundesweit eine Nachfrage nach Parkettlegern. Michalak geht von einer Übernahmequote von 70 bis 80 Prozent aus. Die Aussichten hängen stark von der Baukonjunktur und den Kundenwünschen ab, schränkt Grunwald vom BIBB ein. Die Frage aller Fragen lautet also: Ist Parkettboden momentan im Trend?

Bundesagentur für Arbeit zu Parkettlegern

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