Käufer für Düngemittelsparte für Haus und Garten gesucht – 1100 Mitarbeiter betroffen

K+S will Compo abstoßen

Sehr bekannt: Compo hat eine starke Marktpräsenz. Die Produkte wie etwa Rasendünger sind in jedem Gartenmarkt zu finden. Foto: nh

kassel/münster. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S sortiert sich neu. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, soll die in der Compo GmbH GmbH & Co KG (Münster) gebündelte Düngemittel- und Pflanzenschutzsparte für Haus und Garten verkauft werden. Betroffen sind 1100 der weltweit insgesamt gut 15 000 Beschäftigten.

Personelle Auswirkungen auf die Konzernzentrale in Kassel hat der geplante Verkauf nach Angaben von K+S-Sprecher Michael Wudonig nicht. Der einzige nordhessische Dax-Konzern begründete die geplante Trennung mit der künftigen Konzentration auf die großen Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz mit Jahresumsätzen von zuletzt 1,42 und 1,02 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Compo setzte 2009 rund 400 Millionen Euro um. Zum Ergebnis der Sparte macht K+S keine Angaben.

Wudonig erklärte, dass der Verkaufsprozess zunächst auf ein Jahr angelegt sei. Wichtig für K+S sei, dass Compo an einen Interessenten mit klarem Konzept veräußert werden solle. Dabei spiele vor allem auch die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie die Sicherung der Arbeitsplätze eine wichtige Rolle. Zu den angestrebten Verkaufserlös machte K+S keine Angaben.

Compo hat eine starke Marktposition. Große Mitbewerber sind etwa Bayer sowie das US-Unternehmen Scotts mit dem europäischen Markennamen Zelaflor. Compo betreibt im Inland Werke in Krefeld sowie in Buchte und Gnarrenburg (Niedersachsen).

Der geplante Verkauf von Compo kommt nicht überraschend. Wiederholt hat K+S-Vorstandschef Norbert Steiner die Fokussierung auf die Hauptgeschäftsfelder und deren Stärkung etwa durch Zukäufe angekündigt. Im Salzgeschäft sind die Kasseler unangefochten Weltmarktführer, im Bereich Kali- und Magnesium-Dünger die Nummer eins in Europa und die Nummer vier weltweit.

Gleichzeitig wird K+S immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt. In diesem Zusammenhang werden große nordamerikanische oder russische Wettbwerber, aber auch die Rohstoff- und Bergbauriesen BHP Billiton und Rio Tinto (beide Großbritannien/Australien) genannt.

Von José Pinto

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