Solarhersteller setzt auf das Auslandsgeschäft – Umsatzprognose trotz Rückgang bestätigt

SMA will Japan und Thailand erobern

SMA setzt auf das Ausland: In Japan und Thailand werden Vertriebs- und Service-Gesellschaften gegründet. Foto: dpa

Niestetal. Der Technologie-Konzern SMA aus Niestetal (Kreis Kassel) setzt auf ein wachsendes Auslandsgeschäft und will 2012 in Japan und Thailand Fuß fassen. Geplant sind jeweils eine Vertriebs- und Service-Gesellschaft. Wie in anderen Märkten startet SMA mit wenigen Mitarbeitern und wird die Zahl entsprechend der weiteren Marktentwicklung erhöhen.

Bis Ende des Jahres rechnet Pierre-Pascal Urbon, Vorstandssprecher der SMA, mit einer Zulassung der Wechselrichter in Japan. Sie sind das Herzstück einer Solaranlage und wandeln den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. „Wir sind davon überzeugt, dass die Entwicklung der Fotovoltaik weltweit erst am Anfang steht und gehen bei der globalen Nachfrage mittelfristig von zweistelligen Wachstumsraten aus“, sagt SMA-Sprecherin Susanne Henkel. Wachstumsimpulse würden dabei von den ausländischen Märkten ausgehen, „während sich die Nachfrage in Deutschland zwischen vier bis fünf Gigawatt im Jahr einpendeln sollte“. Laut SMA werden die USA Deutschland mittelfristig als weltweit größten Solarmarkt ablösen.

Geringere Leistung installiert

Zwar war für SMA 2010 der deutsche Markt der weltweit größte Fotovoltaikmarkt, doch höhere Wachstumsraten gab es im Ausland. Treiber waren demnach vor allem die Länder Südeuropas und die USA. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der SMA-Umsatz bei 1,92 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern bei 516,8 Millionen Euro und die Exportrate der weltweit 17 Niederlassungen bei 45 Prozent – ein Anteil, der sich nun verschoben hat.

Im traditionell schwachen ersten Quartal 2011 führten die Witterungsbedingungen und die Unklarheiten bei den Förderbedingungen in Deutschland, Frankreich und Italien zu einem Absatzrückgang. Insgesamt verkaufte die Gruppe nur noch Wechselrichter mit einer Leistung von 1019 Megawatt – ein Fünftel weniger als im ersten Quartal 2010. Entsprechend sank der Umsatz um ein Viertel auf 255,9 Mio. Euro. Dadurch verschob sich die Gewichtung des Exportanteils. Er stieg von 38,8 auf nun 66,4 Prozent.

Obwohl SMA die Zahlen für das zweite Quartal erst am 12. August vorlegt, dürfte der Umsatz geschrumpft sein. Zwar haben sich die Preise für Fotovoltaikanlagen in den vergangenen fünf Jahren für ein kWp (elektrische Leistung von Solarzellen) von 5000 auf 2422 Euro mehr als halbiert, dennoch dürfte die installierte Leistung im zweiten Quartal hinter den Erwartungen der Branche liegen. Laut Bundesnetzagentur wurden von Januar bis Ende April 716 MegaWatt installiert, im Jahr zuvor waren es 1170 MW (das entspricht der Leistung eines kleinen Atomkraftwerks). Von einer Trendwende war bis Ende Juni nichts zu spüren.

Für das Geschäftsjahr erwartet SMA, dass sich die Nachfrage in Deutschland ebenso wie in den Auslandsmärkten in der zweiten Jahreshälfte erhöht. SMA hält an der Umsatzprognose von 1,5 bis 1,9 Mrd. Euro fest – so viel wie im Rekordjahr 2010.

Von Martina Wewetzer

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