Kali-Konzern plant Kauf von Unternehmen mit Abbaulizenzen und Bau eines Bergwerks

K+S will nach Kanada

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner. Foto: K+S/Nh

kassel. Der Kasseler Düngemittel- und Salzproduzent K+S will für 311 Millionen Euro das kanadische Unternehmen Potash One übernehmen, das über mehrere Lizenzen zum Abbau von Kali in der Provinz Saskatchewan verfügt. Damit kommt der einzige deutsche Rohstoffkonzern von Weltrang einer lang ersehnten Ausweitung der in Deutschland aus geologischen und bergbaulichen Gründen beschränkten Produktionskapazitäten ein großes Stück näher.

Sollten die Übernahme von Potash One und die spätere Erschließung eines Bergwerks reibungslos über die Bühne gehen, könnte K+S frühestens 2015 das erste Kali in Kanada fördern, seine Kapazität von derzeit 7,5 Millionen um gut ein Drittel auf über zehn Millionen Tonnen im Jahr ausweiten und damit zu den größeren Konkurrenten PCS (Kanada) Belaruskali (Russland) und Mosaic (USA) aufholen.

Übernahme-Angebot

Bis dahin allerdings ist es noch ein weiter Weg. Zunächst muss der K+S-Konzern die Potash-Aktionäre von seinem Angebot überzeugen. Allerdings hat das Management den Kasselern bereits seine 21 Prozent an Potash angeboten. Im Rahmen einer offiziellen Übernahme-Offerte, die K+S in den nächsten Wochen vorlegen muss, sollen 4,50 kanadische Dollar (3,22 Euro) je Aktie gezahlt werden, was 24,3 Prozent über dem Schlusskurs von Potash am vergangenen Freitag liegt.

Dem K+S-Aktienkurs half das angekündigte Geschäft allerdings nicht. Bis zum Abend verlor das Papier 2,06 Prozent auf 48,25 Euro.

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner betonte, dass das Angebot „ganz im Zeichen unserer Wachstumsstrategie steht, die den Ausbau unserer Kali-Kapazitäten vorsieht“. Zudem stärke das Engagement in Kanada die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und komme so der gesamten Gruppe zugute.

Milliardeninvestition

Den Kauf von Potash One Inc. die außer dem identischen Abbaugebiet im übrigen nichts mit dem großen Wettbewerber Potash of Saskatchewan (PCS) zu tun hat, will K+S mit Eigenmitteln finanzieren. Woher die Kasseler die gut 1,8 Milliarden Euro für die Erschließung des Vorkommens nehmen will, lässt das Unternehmer noch offen.

Das geplante Bergwerk wird keines im klassischen Sinne sein. Vielmehr soll das Kali im Auswaschverfahren an die Erdoberfläche geholt werden. Dabei wird Süßwasser unter großem Druck durch eine Bohrung in die Erde gepresst, wo es das Kali auswäscht und über eine zweite Bohrung nach oben befördert. In der Anlage sollen 300 neue Jobs entstehen.

Geld für die Erschließung könnte unter anderem aus dem Verkauf der K+S-Düngemittel- und Pflanzenschutzsparte für Haus und Garten, Compo in Münster, kommen. Wie berichtet, will sich K+S von diesem Bereich trennen und sich künftig noch stärker auf seine Hauptgeschäftsfelder Kali und Salz konzentrieren. Der Compo-Verkaufszeitpunkt und der Preis stehen allerdings noch nicht fest.

Von José Pinto

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