Kasseler Gashändler erzielte Rekordabsatz

Wingas setzt auf die Niederlande

Erwartet 2011 steigende Umsätze: Wingas-Geschäftsführer Gerhard König. Foto: nh

Kassel / Salzburg. Der Kasseler Ferngashändler Wingas hat im vergangenen Jahr zwar seinen Umsatz nicht halten können, den Gewinn aber trotzdem gesteigert. Dabei verkaufte die gemeinsame Tochter des Kasseler Wintershall und der russischen Gazprom so viel Gas wie noch nie: Der Absatz stieg um mehr als fünf Prozent auf 323,6 Milliarden Kilowattstunden (kWh), eine Menge, die rein rechnerisch reicht, um zehn Millionen Haushalte zu versorgen.

Der gesunkene Gaspreis drückte jedoch den Umsatz um fast zehn Prozent auf 6,8 Mrd. Euro. Der Überschuss fiel mit 302,6 Millionen Euro aber um 18,3 Prozent höher aus als 2009, weil damals Rückstellungen den Gewinn belastet hatten.

Mehr als 40 Prozent des Umsatzes holt Wingas inzwischen aus dem Ausland herein. „Diesen Anteil wollen wir ausbauen“, sagte Geschäftsführer Gerhard König am Mittwoch in Salzburg. Ein neuer Markt sind die Niederlande: Deren drittgrößter Energieversorger Enceco bezieht ab 2012 Gas von den Kasselern – bis zu zehn Milliarden kWh im Jahr.

In diesem Jahr hatte der relativ milde Winter für einen müden Geschäftsstart gesorgt. Der Gasverbrauch blieb bundesweit um zehn Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück, das bekam auch Wingas zu spüren. Das Unternehmen will trotzdem den Rekordabsatz von 2010 fast wieder erreichen. Weil der Gas- dem steigenden Ölpreis folgt, rechnet König mit einem leichten Umsatzplus. Fast die Hälfte des Gases bezieht Wingas aus Russland. Weitere Mengen kommen aus der Nordsee.

In den kommenden vier Jahren wird Wingas 1,7 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren. Ein großer Teil des Geldes fließt in die Leitungen Opal und NEL, die Gas aus der Ostsee-Pipeline Nord Stream aufnehmen sollen. In den österreichischen Gasspeicher Haidach wurden in zwei Stufen 250 Mio. Euro investiert. (wll)

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