Winterkorn sieht VW in Aufbruchsstimmung

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VW-Boss Martin Winterkorn.

Hamburg - Auf der Hauptversammlung von VW verbreitet der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn Optimismus, warnt aber vor wachsenden Risiken. Die Weichen für die Zukunft seien gestellt.

Mit einem Feuerwerk von 40 neuen Modellen - darunter die siebte Golf-Generation - will der VW-Konzern im laufenden Jahr neue Rekorde bei Umsatz und Produktion erreichen. “Bei Volkswagen herrscht Aufbruchstimmung“, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Hamburg.

Der Konzernlenker warnte aber auch, dass “die Risiken wachsen“ und dass es “konjunkturelle Unwägbarkeiten“ gebe. Winterkorn verkündete den Bau eines fünften Pkw-Werkes in China sowie die weitere Aufstockung der Anteile am Lastwagenhersteller MAN.

Der Chef des größten Autokonzerns in Europa bekräftigte, das Unternehmen werde 2012 den Umsatz steigern. Beim Gewinn will VW das hohe operative Vorjahresergebnis wiederholen. VW hatte bis Ende März den Absatz schon um fast zehn Prozent auf 2,16 Millionen Stück gesteigert.

VW stellte am Mittwochabend die Weichen für kräftiges weiteres Wachstum. Der Aufsichtsrat genehmigte den Bau von zwei neuen Werken: VW errichtet einen Produktionsstandort in der westchinesischen Provinz Xinjiang. Der Konzern investiert in den nächsten Jahren 14 Milliarden Euro in China.

Wie die Zeit vergeht mit dem VW Bus

VW Bulli:  Bus Modelle Geschichte
Dieses Auto steht wie kein anderes auf der Welt für das Lebensgefühl der Freiheit: der VW Bus. 1950 debütierte er und mit ihm ein bestechend einfaches Design. © VW
Der VW T1 wird bis 1967 gebaut und ist ein echtes Freizeitfahrzeug.
Der VW T1 wird bis 1967 gebaut und ist ein echtes Freizeitfahrzeug. © VW
VW Bus Modelle Geschichte
Aus der Betriebsanleitung 1961: „Im VW-Campingwagen ist all das verwirklicht, was Sie sich schon immer gewünscht haben, wenn Sie vom unabhängigen, ungebundenen Reisen träumten.“ © VW
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T1 VW Bus gebaut bis 1967 © VW
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VW T1 gebaut bis 1967 © VW
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Im Sommer 1967 präsentiert Volkswagen die neue, zweite Generation des Transporter: Den T2 VW-Campingbus. © VW
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VW T2. © VW
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Die Motorleistung steigt bis auf 70 PS. Hier der T2 - VW Brasilien - gebaut bis 1979. © VW
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T2 - VW Brasilien gebaut bis 1979. © VW
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Der eckigste Bus aller Zeiten kommt 1979 auf den Markt: Die dritte Generation, der T3 VW Bus. © VW
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Der markante T3- VW Bus wird bis 1990 gebaut. © VW
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Das VW-Campingfahrzeug der 1980er Jahre: Der VW T3 Joker. Der VW war aber auch für Naturliebhaber sehr teuer. © VW
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Mit günstigerem Einstiegspreis von damals 39 900 Mark und einen neuen Namen präsentiert sich der T4 1988: Der VW California mit Hochdach. © VW
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Im Sommer 1990 präsentierte Volkswagen dann den T4 und nahm Abschied vom Heckmotor. T4 - VW California gebaut bis 2003 © VW
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Mit Einführung des T5 im Jahr 2002 beschränkte sich der California auf die meistgebaute Variante mit Aufstelldach, die Produktion übernahm VW nun im Werk Hannover selbst. T5 - Volkswagen California Beach © VW
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Heute 2010: Der VW California Comfortline mit elektrohydraulisch ausfahrbarem Aluminium-Aufstelldach. © VW
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T5 - Volkswagen California Beach © VW
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T5 - Volkswagen California Beach © VW
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T4 - VW Multivan 2 2003 © VW
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T4 - VW Multivan gebaut bis 2003 © VW
VW Bus Multivan
2009: Der neue T5 ist sparsamer und trotzdem stärker und sicherer als jemals zuvor. © VW
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VW Multivan 3 Modell 2010. © VW
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Der VW T1 wird bis 1967 gebaut und ist ein echtes Freizeitfahrzeug. © VW

Und Audi baut eine neue Fabrik in Mexiko: Vorstandschef Rupert Stadler will dort ab 2015 bis zu 200.000 Geländewagen vom Typ Q5 bauen lassen. Die Produktion wird aus Ingolstadt abgezogen. Als Investition nannte Stadler eine Summe von unter 1,5 Milliarden Euro. Außerdem übernimmt Audi die sportliche Motorradmarke Ducati aus Italien.

Der kräftige Ausbau der Herstellungskapazität geht auf die von Winterkorn eingeführte Strategie 2018 zurück: Bis 2018 will VW der größte Autohersteller der Welt werden und dann zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr bauen. 2011 waren es 8,4 Millionen.

VW stockte seinen Anteil am Lastwagenhersteller MAN erneut auf: VW habe den Stimmrechtsanteil auf “rund 74 Prozent erhöht“, sagte Winterkorn. Am 12. April hielt VW erst 73 Prozent. Ein VW-Sprecher lehnte es ab, Winterkorns gerundete Angabe genauer einzugrenzen. Ab der 75-Prozent-Schwelle hätte VW über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag die volle Entscheidungsmacht bei MAN und könnte beispielsweise über die Finanzen der gewinnträchtigen Tochter voll verfügen.

VW hatte 2011 die Mehrheit an MAN übernommen. Der Wolfsburger DAX-Konzern will aus MAN und seiner schwedischen Tochter Scania einen neuen Lkw-Konzern formen und damit den Weltmarktführer Mercedes herausfordern.

Ursula Piech in Kontrollgremium

Im Mittelpunkt der Hauptversammlung stehen Wahlen zum Aufsichtsrat. Der bisherige Aufsichtsratschef Ferdinand Piech (75) kandidiert zur Wiederwahl. Außerdem soll seine 20 Jahre jüngere Frau Ursula Piech in das Kontrollgremium einziehen. Die Wahl gilt als sicher, weil die Familien Piech und Porsche sowie das Land Niedersachsen den Schritt unterstützen. Von den Aktionären kam kaum Kritik an der Personalie.

Mehrere Anteilseigner kritisierten dagegen die Dividende von drei Euro als zu niedrig. Hans-Georg Martius von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger forderte, “30 Prozent vom Gewinn oder 10 Euro pro Aktie den Aktionären zukommen“ zu lassen. Zurzeit liege die Ausschüttungsquote bei unter zehn Prozent.

Der Mehrmarkenkonzern mit Töchtern wie Audi, MAN und Skoda hatte 2011 mehr verdient und umgesetzt als je ein deutscher Autokonzern zuvor. Mit 15,8 Milliarden Euro lag der Nettogewinn der Wolfsburger mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Der Umsatz stieg um ein Viertel auf 159 Milliarden Euro, der operative Gewinn lag bei 11,3 Milliarden Euro.

dapd

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