Wintershall: Bedingungen für Öl- und Gasförderung werden schwieriger

Kassel. Der Kasseler Öl- und Gasförderer Wintershall Holding AG schätzt trotz der Wirtschaftsflaute die Lage auf den weltweiten Öl- und Gasmärkten als attraktiv ein. Auf Wintershall kämen in den jedoch neue Anforderungen zu, weil der Zugang zu den Lagerstätten immer schwieriger werde, sagte der Vorstandsvorsitzende der BASF-Tochter, Rainer Seele, im Interview.

Das Unternehmen müsse seine Technologien weiterentwickeln. Trotz des derzeitigen Überangebots an Gas hat Seele keine Sorge, das ab dem kommenden Jahr zusätzlich georderte Erdgas, das über die Ostsee-Pipeline Nord Stream aus Russland geliefert wird, nicht absetzen zu können. Zunächst handele es sich um geringe Mengen, und "langfristig wird das Gas in Europa hoch begehrt sein".

Wintershall will jedoch mehr Gas kurzfristig einkaufen und ist deshalb auch im Gespräch mit dem russischen Lieferanten Gazprom, mit dem Langzeitverträge bestehen: "Wir sind immer in Gesprächen mit Gazprom. Denn die Situation im Markt kann man von der Verkaufsseite allein nicht lösen. Wir müssen auch auf der Einkaufsseite wettbewerbsfähig sein. Dabei unterscheiden wir nicht zwischen lang- und kurzfristigen Verträgen. Wir brauchen aber Flexibilität, um auf Preisveränderungen reagieren zu können."

Die Gashandelstochter Wingas, an der der Gasprom-Konzern beteiligt ist, müsse jedoch Preiszugeständnisse an Abnehmer machen, um sich im Wettbewerb zu behaupten. (wll)

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