Sitze des neuen Unternehmens: Kassel und Hamburg

Öl- und Gasforderung: Wintershall und Dea bei Fusion auf der Zielgeraden

Kassel. Der Chemiekonzern BASF biegt bei seinem Vorhaben, seine Kasseler Tochter Wintershall mit dem Konkurrenten Dea zu fusionieren, in die Zielgerade ein.

Aktualisiert um 21.01 Uhr - Jetzt unterschrieben BASF und der DEA-Eigentümer, der Finanzinvestor Letter One, eine Absichtserklärung für das Geschäft, das einen der größten unabhängigen Öl- und Gasförderer Europas schaffen würde. Die neue Wintershall DEA könnte 2018 stehen und hätte ihren Sitz in Kassel und Hamburg, teilte BASF nach Börsenschluss mit.

Der Chemiekonzern würde den Vorstandschef stellen, Letter One den Stellvertreter. Eine Gewissheit, dass eine endgültige Vereinbarung getroffen werde, gebe es aber nicht. BASF hatte vor zwei Wochen Gespräche mit Letter One bestätigt, die in der Dea-Gruppe ihr Öl- und Gasgeschäft bündelt,. Die Holding, hinter der die russischen Milliardäre Michail Fridman und German Khan stehen, wird DEA Deutschland nach den Plänen komplett in Wintershall einbringen und dafür neue Anteile erhalten. An dem neuen Öl- und Gasriesen soll BASF zunächst 67 Prozent halten, Letter One den Rest. Das Gastransportgeschäft von Wintershall wird in den Deal einbezogen. Sobald das eintritt, würde der BASF-Anteil steigen. „Wir setzen mit der möglichen Verbindung mit DEA auf weiteres profitables Wachstum und Synergien“, sagte Wintershall-Chef Mario Mehren. Mit mehr eigenoperierten Projekten, stabilen, langfristigen Partnerschaften und einem weiter optimierten Portfolio würde Wintershall DEA noch stärker im internationalen Markt punkten.

Mit Blick auf Strategie, Geschäftsfelder und internationale Standorte ergänzten sich die beiden Unternehmen.   Wintershall konzentriert sich auf die Öl- und Gasförderung in Europa, Russland, Norwegen, Nordafrika, Südamerika und im Nahen Osten. Dea ist ebenfalls in Deutschland und Norwegen sowie in Dänemark, Algerien und Ägypten aktiv. Beide Unternehmen fördern gemeinsam im Wattenmeer auf der Plattform Mittelplate Öl. Letter One hatte die Deutsche Erdöl AG (Dea) 2014 für 5,1 Milliarden Euro dem Energieversorger RWE abgekauft. Auch Wintershall hatte sich damals für den Konkurrenten interessiert, war aber nicht zum Zuge gekommen,

Die Kasseler BASF-Tochter ist mit einem Vorjahresumsatz von 2,8 Mrd. Euro deutlich größer als die Dea-Gruppe, die es 2016 auf einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd. Euro brachte und verfügt zudem über größre Rohstoffreserven. Rechnerisch kamen die beiden Unternehmen 2016 zusammen auf einen Überschuss von 326 Millionen Euro. Wintershall beschäftigt weltweit rund 2000 Mitarbeiter, Dea etwa 1150. Mittelfristig ist ein Börsengang der neuen Wintershall DEA vorgesehen.

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