Der Kasseler Erdöl- und Gasproduzent ist an Milliarden-Projekten beteiligt

Wintershall legt Zahlen vor: Umsatz gesunken, Überschuss gestiegen

Kassel. Der Erdöl- und Gasproduzent Wintershall Holding GmbH hat an diesem Donnerstag seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2010 vorgelegt. Danach sank der Umsatz 2010 von 11,35 Mrd. auf 10,79 Mrd. Euro.

Den Rückgang erklärte das Unternehmen in erster Linie mit den niedrigeren Gaspreisen. Der Überschuss nach Steuern stieg jedoch um 211 Mio. auf 923 Mio. Euro. Für 2011 erwartet Wintershall nach Worten seines Vorstandschefs Rainer Seele einen höheren Umsatz und ein kräftig verbessertes Ergebnis.

2011 dürfte für Wintershall also ein spannendes Jahr werden. In Libyen wurde die Förderung wegen des Bürgerkriegs im Februar eingestellt.

Die Öl- und Gasquellen des nordafrikanischen Landes steuerten 2010 etwa sieben Prozent zum Überschuss des Öl- und Gasgeschäfts bei, bei 923 Millionen Euro lag. Ein schneller Machtwechsel in Libyen zeichnet sich nicht ab.

Zwei Projekte, bei denen es um große Gasmengen gehen wird, hatte Wintershall vor kurzem auf den Weg gebracht: Eine Absichtserklärung mit dem russischen Gasriesen Gazprom sieht die Erschließung zweier weiterer Blöcke des westsibirischen Achimov-Vorkommens vor.

Dieses könnte in der Hauptphase mindestens acht Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr liefern. Vergangene Woche wurde bekannt, dass sich Wintershall an der South Stream-Pipeline beteiligt, die russisches Erdgas unter dem Schwarzen Meer hindurch nach Westeuropa transportieren soll. Wintershall steigt zu 15 Prozent bei dem Projekt ein, an dem Gazprom die Mehrheit hält.

Der Beitrag der Kasseler zu den Investitionen wird bei 1,5 bis zwei Milliarden Euro liegen. South Stream macht der geplanten EU-Gaspipeline Nabucco Konkurrenz, mit der Gas unter Umgehung Russlands nach Westeuropa kommen soll.

Wintershall beschäftigt gut 2000 Mitarbeiter, rund 1000 von ihnen in Kassel. 2009 förderte das Unternehmen 6,9 Millionen Tonnen Erdöl und rund 14 Milliarden Kubikmeter Gas. (wll)

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