Wintershall kündigt Produktionssteigerung an

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Öl und Gasförderung in der niederländischen Nordsee

Kassel. Der Kasseler Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall Holding AG will im laufenden Jahr die Produktion beider Rohstoffe auf eine Menge herauffahren, die 140 Millionen Barrel (159 Liter) Öl entspricht.

Das kündigte der Vorstandsvorsitzende der BASF-Tochter, Rainer Seele, in Berlin an. 2008 hatte Wintershall 7,7 Mio. Tonnen Öl und 11,6 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert, das entspricht 130 Mio. Barrel so genannten Öläquivalents. Angaben zu den Fördermengen des Jahres 2009 machte Seele jedoch nicht.

„Wir werden uns stark auf Russland konzentrieren“, sagte Seele weiter. Das Land mit seinem halbstaatlichen Energieriesen Gazprom ist der Haupt-Erdgaslieferant des Unternehmens. Doch Wintershall will ein zweites großes Standbein aufbauen: „Unsere nächste Hauptaufgabe wird Norwegen sein“, so Seele. Die Förderung soll sich dort bis zum Jahr 2015 auf 50 000 Barrel Öläquivalent pro Tag verzehnfachen. Dafür sind in den nächsten Jahren Investitionen bis zu einer Milliarde Euro vorgesehen. Auch werde sich Wintershall stärker an Ausschreibungen von Öl- und Gasfeldern in Großbritannien beteiligen.

Auf der Jahrestagung „Energiewirtschaft 2010“ in Berlin kritisierte Seele außerdem die Energiepolitik der Europäischen Union. „Europa hat keinen Plan, keine Blaupause, keine europäische Energiepolitik, die diesen Namen verdient.“ Im weltweiten Rennen um die Sicherung von Energiequellen, in dem inzwischen vor allem China eine entscheidende Rolle spiele, halte sich Europa zurück und streite stattdessen über Regulierung, die Ostsee-Pipeline Nord Stream und über die Trennung von Gasnetzen und –vertrieb.

Gleichzeitig forderte Seele eine Lockerung der Regulierung, die die Gebühren begrenzt, die Netzbetreiber von Konkurrenten für die Gasdurchleitung verlangen dürfen: „Das ist so, als ob Sie ein Haus bauen, und der Regulierer Ihnen sagt, wer dienstags und donnerstags in Ihrem Bett schläft.“ Um weitere Investitionen in Gasnetze attraktiv zu machen, müsse eine zweistellige Rendite ermöglicht werden, gegenwärtig liege sie wegen der Regulierung aber bei vier bis sechs Prozent.

2008 setzte Wintershall, die Erdgassteuer herausgerechnet, 14,44 Milliarden Euro um. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 3,84 Mrd. Euro. (wll)

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