Wirtschaft sieht Silberstreif am Horizont

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Auch in der Autobranche ist die Stimmung eindeutig beser als am Jahresende 2008.

Köln - Nach der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten sehen die meisten deutschen Wirtschaftsverbände für 2010 einen Silberstreif am Horizont - ein Viertel sieht dagegen schwarz.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF gibt sich wieder optimistischer. IW-Chef Michael Hüther erklärte am Dienstag: “Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist nach wie vor nicht überwunden und wird auch im nächsten Jahr einige Branchen noch hart treffen.“ Insgesamt scheine das Gröbste aber überstanden, die meisten Branchen sähen einen Aufwärtstrend. Die Hälfte der befragten Wirtschaftsverbände rechne mit besseren Geschäften. 27 der Branchenvertreter gaben laut IW an, die Stimmung in den Unternehmen ihrer Sparte sei besser als am Jahresende 2008. Dazu zählen die Autobranche ebenso wie die Werbewirtschaft, das Baugewerbe sowie der Groß- und Einzelhandel. Nach der Finanzkrise rechnen auch Sparkassen sowie Privat- und Volksbanken wieder mit besseren Geschäften. Auch die chemische Industrie hofft, vom Aufschwung zu profitieren.

BASF-Chef sieht Erholung und Rückkehr zu alter Stärke

BASF-Chef Jürgen Hambrecht kündigte in der “Welt“ an: “Wir werden nach und nach wieder zu alter Wachstumsstärke zurückkehren.“ Der Weg dahin werde schwierig und unstet sein. 2009 habe es einen beispiellosen Einbruch gegeben. “Doch wir sehen erste Erholungstendenzen in der Branche“, sagte Hambrecht. Doch nicht alle Branchen sehen die Zukunft so positiv wie die Mehrheit: Sieben Verbände erklärten in der IW-Umfrage, die Stimmung sei unverändert, zum Beispiel die Ernährungs- und die Stahlindustrie. Die verbliebenen zehn Branchen gaben sogar an, ihre Situation sei ungünstiger als vor einem Jahr. So befürchten der Schiffbau, das Gastgewerbe, der Tourismus und der Einzelhandel schlechtere Geschäfte.

Fast ein Viertel der befragten 44 Branchen befürchtet dagegen, dass 2010 ein weiteres schweres Jahr wird, wie die Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab. Eher düster blicken auch die Maschinenbauer auf das kommende Jahr, sie erwartet einen Stellenabbau.

Maschinenbauer: “Krise liegt noch nicht hinter uns“

Der Maschinenbau, eine der deutschen Leitbranchen, rechnet mit einem schwierigen Jahr. Der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittgenstein, erklärte am Dienstag: “Die Krise liegt noch lange nicht hinter uns.“ Die Maschinenproduktion werde nach VDMA-Prognose 2010 stagnieren. Im laufenden Jahr war sie im Jahresschnitt um rund 20 Prozent eingebrochen. Da 2009 viele Maschinenbauer teilweise von noch bestehenden Aufträgen hätten zehren können, erwartet der VDMA nun, dass die eigentliche Bewährungsprobe noch bevorstehe. Viele Unternehmen würden die Folgen der Krise erst 2010 mit voller Härte erleben. Für den Arbeitsmarkt könne keine Entwarnung gegeben werden. Viele Unternehmen hätten entgegen der “eigentlich notwendigen Maßnahmen ihre Belegschaften gehalten“. Zwtl: Aussichten für Arbeitsmarkt bleiben unsicher Insgesamt sprachen die IW-Ökonomen bei Veröffentlichung ihrer Umfrage von “gebremstem Optimismus“, der sich auch in den Erwartungen für 2010 niederschlage. Gleichwohl würden die Investitionen aber noch nicht nachhaltig anziehen. Auch die Aussichten für den Arbeitsmarkt blieben unsicher, sagte Hüther: “Die Unternehmen konnten lange Zeit mit flexiblen Arbeitszeitkonten sowie Kurzarbeit ihre Beschäftigten halten und werden dies auch im kommenden Jahr versuchen. Sollten die Erwartungen allerdings einbrechen, werden viele Unternehmen nicht um einen Arbeitsplatzabbau herumkommen.“

dapd

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