Wirtschaftsinstitute sehen Aufwärtstrend intakt

+
Neben dem privaten Konsum entwickelten sich die Investitionen mehr und mehr zur Triebkraft des Aufschwungs, teilte das IfW mit. Foto: Jens Kalaene

Die deutsche Wirtschaft wächst moderat, aber stetig. Die Wirtschaftsinstitute sehen das Wachstum intakt, neben dem starken privaten Konsum wird auch ein Anziehen der Investitionen erwartet.

Kiel/Berlin (dpa) - Der moderate Wirtschaftsaufschwung in Deutschland setzt sich nach Einschätzung führender Ökonomen fort. Die Wachstumsprognosen für dieses Jahr reichen von 1,5 Prozent beim HWWI in Hamburg bis 1,9 Prozent beim Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

Es präsentierte wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag seine Daten. Die Bundesbank rechnet mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 Prozent im laufenden Jahr.

"Der seit 2014 anhaltende moderate Aufschwung der deutschen Wirtschaft geht in die zweite Halbzeit. Eine Verlängerung ist möglich", teilte Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser in Berlin mit. Die Ifo-Ökonomen erhöhten ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,6 Prozent auf 1,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote werde von 6,4 Prozent 2015 auf durchschnittlich 6,1 Prozent in diesem Jahr sinken.

Dagegen haben die Wissenschaftler aus Kiel ihre vorherige Erwartung um 0,1 Punkte auf 1,9 Prozent zurückgenommen. Die "minimale Revision" gehe auf den deutlich verminderten Zustrom an Flüchtlingen und - damit verbunden - auf einen geringeren fiskalischen Impuls durch staatliche Ausgaben zurück. "Die konjunkturelle Grundtendenz weist gleichwohl unverändert aufwärts, die treibenden Kräfte des Aufschwungs sind nach wie vor intakt", berichtete der Leiter des IfW-Prognosezentrums, Stefan Kooths.

2017 soll das BIP um 2,1 Prozent zulegen, 0,1 Punkte weniger als bislang vom IfW erwartet. Das Ifo rechnet mit 1,6 Prozent Wachstum. Beide Institute prognostizieren nach einem verhaltenen Preisauftrieb 2016 von 0,5 Prozent wieder anziehende Verbraucherpreise und eine Teuerungsrate von 1,5 bis 1,6 Prozent im kommenden Jahr.

Neben dem privaten Konsum entwickelten sich die Investitionen mehr und mehr zur Triebkraft des Aufschwungs, teilte das IfW mit. Bei Wohnungsbauinvestitionen, bedingt durch die niedrigen Zinsen, zeichne sich eine deutliche Zunahme bis ins Jahr 2017 ab.

IfW-Konjunkturprognosen

Ifo-Prognose

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.