Deutsche Wirtschaft

Bessere Stimmung trotz geringem Wachstum

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Die deutsche Konjunktur legte im dritten Quartal 2012 minimal zu

Wiesbaden - Die Euro-Schuldenkrise bremst die deutsche Konjunktur immer stärker aus. Trotzdem blickt die Industrie zuversichticher in die kommenden sechs Monate.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal 2012 nur noch um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden und bestätigte damit erste Schätzungen. Trotzdem stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur, von 100,0 Punkten im Oktober auf 101,4 Zähler im November. Damit steht er auf dem höchsten Stand seit August, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte.

Der Anstieg kam unerwartet: Experten hatten aufgrund der Verunsicherung in der Wirtschaft durch die Eurokrise und die schwächere Weltkonjunktur mit einer weiteren Abschwächung gerechnet. Aber in der Industrie verbesserte sich die Geschäftslage. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte am Freitag in München: „Die Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Geschäftslage hat sich leicht verbessert. Zudem blicken die Unternehmen deutlich weniger pessimistisch auf die weitere Geschäftsentwicklung.“

Konjunkturtreiber waren hierzulande der Außenhandel, der Bau sowie der private (plus 0,3 Prozent) und staatliche (plus 0,4 Prozent) Konsum. Die Unternehmen exportierten 1,4 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen als im Vorquartal. Die Importe legten um 1,0 Prozent zu. Die Investitionen in Bauten stiegen um 1,5 Prozent. Auch im Groß- und Einzelhandel hellte sich die Stimmung auf. Die Bauunternehmen berichteten im November sogar von einer „spürbar verbesserten“ Geschäftslage.

Die monatlich befragten 7000 Unternehmen hielten sich dagegen weiter mit Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge zurück (minus 2,0 Prozent).

Deutschland steht besser da als der Euro-Raum, der von Juli bis September in die Rezession rutschte. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres legte das BIP preisbereinigt um 0,4 Prozent zu. Allerdings gab es in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger. Bereinigt um diesen Effekt lag der Zuwachs bei 0,9 Prozent.

dpa/dpa

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