Für Sparer sind die Zeiten derzeit hart: Lausige Zinsen bei den Banken und die Börse schwankt sehr

Wohin jetzt nur mit dem Geld?

Sorgen ums Ersparte: Wer derzeit Geld anlegen muss, wird sich mit der Frage plagen, wohin damit. Foto: dpa

Wer derzeit Geld auf der hohen Kante hat, wird sich die Frage stellen: wohin damit? Angst vor Inflation grassiert, ob sie berechtigt ist, vermag niemand zu sagen. Zudem zahlen die Banken lausige Zinsen und die Börsen sind derzeit kein Hort der Stabilität. Das Wesentliche in Fragen und Antworten, worauf man derzeit achten sollte.

?Wie sicher ist der Euro derzeit noch?

!Auch wenn alle derzeit eine Antwort auf diese Frage wollen – niemand kann seriös sagen, was in den kommenden Monaten oder Jahren mit der Währung Euro passiert. Fest steht: Je mehr Euros auf den Markt kommen, umso stärker steigt die Gefahr der Geldentwertung – der Inflation. Aktuell pumpt die Europäische Zentralbank Geld in den Markt, indem sie Staatsanleihen aufkauft. Zuvor hatte sie mit reichlich Geld die Banken unterstützt.

?Wie steht es aktuell um die Inflation?

!Im April lag die Inflationsrate bei einem Prozent, 0,1 Prozentpunkte niedriger als im März. Eigentlich kein Grund zur Sorge. Aber: Die Großhandelspreise sind im April um sechs Prozent gestiegen. Das deutet auf steigende Lebenshaltungskosten in den kommenden Wochen hin. Steigt die Inflation, dann bekommt jeder – ob Arbeiter oder Rentner – zwar genauso viel Geld überwiesen wie vorher, aber die Summe ist deutlich weniger wert, weil die Preise so rasant steigen.

?Soll man Geld noch bei der Bank anlegen?

!Entscheidend ist, was man bei der Bank für Tagesgeld und Festgeld bekommt. Derzeit schwanken die Zinsen zwischen einem und zwei Prozent bei Tages- wie Festgeld. Einen Anlagerechner mit Konditionen finden Sie im Internet auf www.hna.de/service/rechner Was die Banken derzeit für Erspartes zahlen ist durchweg mickrig. Aber da die Inflation aktuell um ein Prozent kreist, bleibt selbst bei zwei Prozent noch ein sicheres Prozent übrig. Das ist zwar lausig, aber dafür nicht riskant. Aufpassen sollte man bei langfristigen Geldanlagen. Denn steigt die Inflation, ist man gekniffen, das Geld liegt fest, aber die Inflation frisst möglicherweise die Rendite.

? Wie sieht es mit Aktien an den Börsen aus?

!Aktien sind immer riskant und wenn die Märkte so nervös sind wie in diesen Wochen erst recht. Die Meinungen der Anlagestrategen sind recht unterschiedlich, in der Tendenz überwiegen derzeit die Mahner zur Vorsicht. Denn über allem steht die Frage, ob das Wirtschaftswachstum hält. Im ersten Quartal hat es trotz des harten Winters um 0,2 Prozent zugelegt. Der geschwächte Euro ist positiv für den Exportmeister Deutschland. Wer Aktien kauft, investiert in der Regel in Unternehmen wie Autobauer, Maschinenbauer, Stahlriesen und dergleichen. Sie alle hängen an der Konjunktur.

? Was ist mit Investitionen in Immobilien?

!Hypothekenkredite dümpeln für Kunden mit guter Bonität um 3,6 Prozent. Das ist so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Aber die Konjunktur ist gleichermaßen wackelig. Verliert man den Arbeitsplatz, nützt der beste Zins nichts. Wer viel Erspartes unterbringen will, für den kann sich eine Immobilie lohnen. Aber: Läuft die Zinsbindung nach fünf oder zehn Jahren aus, kann der Zins empfindlich steigen. Dies sollte man einkalkulieren. Und: Niemals übereilt kaufen, denn die Gefahr zu viel zu zahlen ist groß.

? Was ist mit den Klassikern Gold und Rohstoffe?

!Der Goldpreis hechtet von Höchstpreis zu Höchstpreis. Wie lange diese Rallye so weitergeht ist fraglich. Und was rasant steigt, fällt auch wieder. An den Rohstoffmärkten tummelt man sich mit Profizockern. Also: Nix für Anfänger. Öl hängt an der Konjunktur. Zieht die nicht an, bleibt auch der Ölpreis niedrig.

? Wie sieht es mit Lebensversicherungen aus?

! Lebensversicherer müssen wie jedermann das eingesammelte Geld investieren. Dafür stehen ihnen die gleichen Produkte zur Verfügung wie allen anderen auch – Staatsanleihen, Festgelder, Aktien und Fonds. Außer dem Garantiezins müssen sie eine Überschussbeteiligung erwirtschaften. Um dort den Zinssatz zu heben, müssen sie auch ins Risiko gehen – etwa in Aktien investieren. Der Garantiezins für 2010 liegt bei 2,25 Prozent. Die Überschussbeteiligung ist das Sahnehäubchen darauf. Bei Versicherungen ist zu bedenken, dass ein Teil der monatlichen Rate, die man zahlt, auch für die Verwaltungskosten der Versicherer draufgeht. Wie hoch der Anteil ist, muss beim jeweiligen Versicherer erfragt werden. Somit gibt es den Garantiezins nie auf die gesamte eingezahlte Summe.

Von Martina Wewetzer

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