Trends 2011: Hersteller setzen auf edle Zutaten und kleine Zugaben für Kinder

Trends 2011: Wonnevolles Eiserlebnis

Schokolade, Yoghurt oder Sahne-Kirsch: In Deutschland werden pro Jahr rund 500 Mio. Liter Eis hergestellt. Fotos: nh/E.I.S./CMA

Sizilianische Pistazien aus Bronte, Macadamianüsse aus Neukaledonien und feinste Schokolade aus Ecuador und Ghana. Nachhaltig angebaut und fair gehandelt: Die deutsche Speiseeis-Industrie setzt 2011 vermehrt auf Premiumprodukte, um Naschkatzen zum Schlecken zu verführen.

Der Handel investiert viel Geld, um Premium-Marken aufzubauen. Das bestätigt auch Martin Ruehs, Geschäftsführer der Eisbär Eis GmbH aus Apensen bei Hamburg: „Heute reicht es Konsumenten nicht mehr aus, wenn wir nur die Verpackung aufpeppen. Genuss ist gefragt.“ Dabei würden häufig herkunftsbezogene oder regional bekannte Zutaten verwendet, die der Eisesser oft nur aus dem Urlaub oder aus Zeitungen und dem Fernsehen kennt. „Dieser Trend wird sich auch im Speiseeis-Bereich weiter fortsetzen“,vermutet der Eisproduzent.

Auch Marktführer Langnese wirbt mit „glamourösen Luxusmomenten“. Die Eismarke des Unilever-Konzerns hält mit 70,7 Prozent die Spitzenposition, insbesondere im Impulseis-Segment. Darunter versteht man das spintan gekaufte Eis am Stiel oder im Hörnchen. Um den Konsumenten zu solchen Käufen zu verleiten, platzieren die Speiseeis-Hersteller auch regional verschiedene Produkte. In den neuen Bundesländern gibt es beispielsweise ein russisches Eis in nostalgischer Ostcharme-Verpackung. „Kalter Hund“ aus den 20er-Jahren kommt ebenfalls als Eis-Kreation in die Kühltruhen.

Auch für Kinder greifen die Eisproduzenten in diesem Jahr auf Altbewährtes zurück. Bereits in den 80er-Jahren gab es im Mund magisch explodierendes Kaugummi in Tüten. Jetzt wird dieser poppende und knisternde Effekt in Wasser- und Fruchteis verarbeitet. Eis am Stil in Form eines Ninja-Kämpfers mit bunten Stielen zum Sammeln soll kleine Schlemmermäuler zur Produkttreue animieren.

In Deutschland wurden 2010 499 Millionen Liter industriell gefertigtes Speiseeis gegessen, das sind lediglich 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt wurden 1,92 Milliarden Euro Euro umgesetzt. 2009 waren es noch 1,94 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 1,2 Prozent.

In Deutschland ist die Lust auf Kühles, Cremiges und Fruchtiges seit Jahren ungebremst. Laut Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) verdrückt jeder Bundesbürger 7,7 Liter Eis pro Jahr. Davon sind 6,1 Liter Industrie-Speiseeis.

Im weltweiten Vergleich ist das gutes Mittelfeld. Weltmeister im Eisschlecken sind die Neuseeländer mit stolzen 28,4 Litern pro Person. Schlusslicht bilden die Chinesen. Sie verspeisen jeweils einen Liter pro Jahr. Auch das Mutterland des Eises, Italien, belegt mit 6,2 Litern nur einen mittleren Platz und schiebt sich auf der Zielgeraden knapp an Deutschland vorbei.

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