Zahl der Arbeitslosen im Mai unter drei Millionen

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Nürnberg - Die Wirtschaft wächst und der deutsche Arbeitsmarkt profitiert davon: Im Mai hat die Arbeitslosigkeit erstmals in diesem Jahr die Drei-Millionen-Marke unterschritten. Was Fachleute nun prognostizieren:

Die boomende deutsche Wirtschaft hat die Zahl der Arbeitslosen im Mai erstmals in diesem Jahr unter die Drei-Millionen-Marke gedrückt. Insgesamt seien im Mai 2,94 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Dies wären rund 140 000 weniger als im April und rund 300 000 weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag bekanntgeben.

Allianz-Volkswirt Rolf Schneider ist davon überzeugt: “Die Erwerbslosenzahl wird bis Jahresende unter drei Millionen bleiben.“ Erst mit der Winterarbeitslosigkeit im Januar und Februar dürften in Deutschland wieder mehr als drei Millionen Jobsucher gezählt werden. Zuletzt war die 3-Millionen-Grenze im November 2010 unterschritten worden.

Leicht gedämpft wurde die Arbeitsmarkteuphorie am Montag lediglich von der Bundesagentur für Arbeit (BA); sie berichtete von einer leicht gesunkenen Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften - zum ersten Mal seit Monaten. Der entsprechende Beschäftigungsindex der BA sank um zwei auf 164 Punkte. “Inwieweit das leichte Minus das Überschreiten der maximalen Arbeitskräftenachfrage dieses Aufschwungs anzeigt oder ob die Nachfrage nochmals ansteigt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen“, urteilte die Bundesagentur.

Die Bankenvolkswirte beurteilen die Lage dennoch ungeteilt positiv: “Der Jobaufschwung wird weitergehen“, stellte etwa HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch fest. Und auch Commerzbank-Volkswirtin Ulrike Rondorf ist zuversichtlich: “Die Firmen investieren weiter und müssen deshalb mehr Leute einstellen.“ Selbst die steigenden Energiepreise und die EU-Schuldenkrise dürften nach Prognosen der Fachleute weder Konjunktur noch Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten trüben.

Im April war die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Bundesagentur um 132 000 auf 3 078 000 gesunken. Das waren 321 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent ab. Saisonbereinigt war die Arbeitslosenzahl um 37 000 auf 2,97 Millionen gesunken - im Westen um 26 000, im Osten um 11 000. Zugleich wächst die Zahl der Arbeitsplätze weiter. Im März waren zuletzt 40,51 Millionen Jobs gezählt worden - 554 000 mehr als vor einem Jahr.

dpa

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