Grüne-Studie nimmt Eon ins Visier: Zockerei päppelt den Gewinn

Saarbrücken. Die drei deutschen Stromkonzerne Eon, RWE und EnBW steuern auf ein Rekordjahr zu – und erwirtschaften dabei Renditen, die weit über denen von anderen Dax-Konzernen liegen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Saarbrücker Professoren Uwe Leprich und Andy Junker im Auftrag der Grünen im Bundestag. Beim deutschen Marktführer Eon stamme ein guter Teil des Gewinns nicht mehr aus der Stromproduktion, sondern aus dem Handel mit spekulativen Finanzinstrumenten, so genannten Derivaten.

Nach den Berechnungen der Saarbrücker Energiewissenschaftler machte Eon 2009 mit solchen Derivaten einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro, das entspricht einem Fünftel des gesamten Überschusses von 8,46 Mrd. Euro. „Eon hat mit rund 120 Mrd. Euro Gesamtvolumen an den Energiemärkten spekuliert. Die Hälfte davon entfiel auf Derivate im Strombereich und hier wurde hauptsächlich im unregulierten außerbörslichen Bereich gezockt – sozusagen im Hinterzimmer“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn. Dabei könne der Konzern durch seine Größe „alle Möglichkeiten der Preisbeeinflussung“ nutzen, schreiben Leprich und Junker.

Eon erklärte dazu, dass Strom bis zu drei Jahre im Voraus verkauft werde. Auch solche Kontrakte würden als Derivate geführt. Sie dienten der Absicherung der Stromproduktion. (wll)

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