Metro drängt auf Fusion von Karstadt und Kaufhof

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Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg will ein Übernahmeangebot von Metro für die Karstadt-Warenhäuser sorgfältig und in Ruhe prüfen.

München/Düsseldorf - Der größte deutsche Handelskonzern Metro treibt seine Pläne für eine Fusion der beiden deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof voran.

Bereits in den nächsten Tagen soll es Gespräche dazu mit der politischen Führung in Berlin und Düsseldorf geben. Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg will ein Übernahmeangebot von Metro für die Karstadt-Warenhäuser sorgfältig und in Ruhe prüfen. Wann es zu ersten Gespräche mit Karstadt-Eigentümer Arcandor kommt, sei dagegen noch offen.

An der Börse sorgten die Fusionspläne der Metro-Führung für einen Höhenflug der Arcandor-Aktie. Auch die Metro-Papiere legten bis zum Mittag leicht zu.

Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg kündigte unterdessen an, er werde ein Übernahmeangebot von Metro für die Karstadt-Warenhäuser sorgfältig und in Ruhe prüfen. “Das ist keine Situation, die mit leichter Hand in zwei Tagen zu lösen wäre“, sagte er am Montag in München . Erste Gespräche auf Arbeitsebene hätten schon stattgefunden.

Zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr

Metro-Sprecher Martin Bommersheim betonte am Montag , dem Konzern gehe es nicht um einen Kauf von Karstadt, sondern um einen möglichen Zusammenschluss der beiden Warenhausketten. Dies könne auch Schadensbegrenzung für die Beschäftigten von Karstadt bedeuten. Dass eine derartige Fusion dennoch zahlreiche Arbeitsplätze kosten würde, ist aber unübersehbar. So bekräftigte Bommersheim, dass die Karstadt-Verwaltung in Essen nicht übernommen werden soll. Die Zukunft des Filialnetzes müsse im Einzelfall überprüft werden.

Metro-Chef Eckhard Cordes hatte vergangene Woche an den Bundeswirtschaftsminister geschrieben, die Metro-Gruppe sei bereit, sich an der Suche nach Auswegen aus der Krise beim Konkurrenten Arcandor zu beteiligen. Dies beinhalte auch eine Zusammenarbeit und einen möglichen Zusammenschluss von Karstadt und Galeria Kaufhof.

Die insgesamt 247 Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof sollen, wie “Bild am“ Sonntag berichtete, in einer “Deutschen Warenhaus AG “ zusammengeführt werden, an der sich mit jeweils knapp 50 Prozent die Metro-Gruppe und die Vermieter der Warenhaus-Immobilien beteiligen könnten. Den Rest würden Banken übernehmen, schreibt das Blatt. Nach einer ersten Bestandsaufnahme sehe Cordes “die Möglichkeit, die Mehrheit der Karstadt-Häuser und damit einen großen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten“.

Bislang keine Gespräche mit Kartellamt

Mit dem Bundeskartellamt hat es allerdings nach Angaben von Behördensprecher Kay Weidner noch keinerlei Gespräche über die Fusionspläne gegeben. Obwohl durch den Zusammenschluss der mit weitem Abstand größte Warenhauskonzern in Deutschland entstehen würde, ist ein Veto der Wettbewerbshüter nicht zwangsläufig. Maßstab für die Beurteilung müsse nicht zwangsläufig die Situation bei den Vollsortiment-Anbietern sein. Möglicherweise müssten auch die Teilsortimente wie Textilien oder Lebensmittel getrennt betrachtet werden, sagte Weidner.

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick sieht den Cordes-Plan kritisch, ist aber zu Gesprächen bereit, wie er der “Bild am Sonntag “ sagte: Die Deutsche-Warenhaus-Allianz sei “zunächst ein naheliegendes Konzept“, das man intensiv geprüft habe. Eine Fusion würde nach seiner Einschätzung zu “Standort-Schließungen mit einem signifikanten Verlust von Arbeitsplätzen“ führen.

 Der Essener Touristik- und Handelskonzern kämpft derzeit ums Überleben. Er will noch in dieser Woche Staatsbürgschaften in Höhe von 650 Millionen Euro beantragen. Doch stößt dies auf den Widerstand der Wettbewerber.

AP

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