Porsche hofft auf Milliardeninvestor

Stuttgart - Der hoch verschuldete Sportwagenbauer und VW -Großaktionär Porsche hofft im Übernahme-Machtkampf gegen Volkswagen weiter auf einen Milliardeninvestor.

"Die Gespräche befinden sich auf einem guten Weg", sagte ein Sprecher des Sportwagenbauers am Dienstag in Stuttgart . Wer der mögliche Investor sei, wollte er nicht sagen. Porsche hat sich bei der Übernahme von Volkswagen verhoben. Den Sportwagenbauer drücken neun Milliarden Euro Schulden. Ein Investor könnte sich über eine Kapitalerhöhung an Porsche beteiligen, er könnte Porsche auch VW -Aktien oder Optionen abnehmen. Dies könnte dem Autobauer Milliarden einbringen.

In Konzernkreisen hieß es, es handle sich um einen arabischen Investor. VW -Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch allerdings hatte dem möglichen Einstieg eines Investors zur Lösung der Porsche-Finanzprobleme eine Absage erteilt. "Ich kann mir keine guten Bedingungen für VW und Porsche erwarten, wenn da ein Dritter dazukommt." Zunächst müssten die akuten Probleme gelöst werden. Wenn dies erledigt sein, sei ein weiterer Investor natürlich willkommen.

Die baden-württembergische Landesregierung sagte dem hochverschuldeten Sportwagenbauer Porsche unterdessen Hilfe zu. "Wir werden alles tun, was uns rechtlich und wirtschaftlich möglich ist, um eine starke Entwicklung von Porsche in Baden-Württemberg zu erreichen", sagte Ministerpräsident Günther Oettinger ( CDU ). Unterdessen geht das Ringen um die Macht in einem möglichen neuen VW /Porsche-Konzern weiter.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff ( CDU ) sagte in Hannover , er halte den Einstieg weiterer Investoren für sinnvoll. Er gehe davon aus, dass rund 50 Prozent der Aktien bei den Familien Piëch und Porsche liegen könnten, Niedersachsen seinen 20-Prozent-Anteil behalte und 30 Prozent für freie Aktionäre zur Verfügung stünden. Dabei zeigte sich Wulff auch offen für arabische Investoren. "Wir haben mit arabischen Investoren immer nur gute Erfahrungen gemacht." Porsche hält derzeit knapp 51 Prozent an VW .

Niedersachsen spielt eine Schlüsselrolle im Machtkampf . Das Land hat durch das umstrittene VW -Gesetz ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen. Wulff forderte Porsche erneut dazu auf, seine Linie für einen Zusammenschluss der beiden Autobauer darzulegen. "Ohne eine klare Positionierung der Porsche-Seite wird es diese engere Partnerschaft nicht geben." Er halte dieses Ziel aber nach wie vor für richtig. "Es muss aber fair zugehen zwischen Porsche und VW , zwischen Porsche und Niedersachsen."

Die Familien Porsche und Piëch hatten sich Anfang Mai darauf verständigt, dass Porsche und VW in einem integrierten Autokonzern zusammengeführt werden sollen. Nach ersten Gesprächen aber hatte VW weitere Verhandlungen auf Eis gelegt. Die Wolfsburger werfen Porsche vor, nicht mit offenen Karten zu spielen und kein klares Bild über die tatsächliche Lage abzugeben.

Für einen erneuten Eklat hatte am Montag VW -Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch gesorgt. Er blieb einem Treffen des Porsche-Aufsichtsrates ohne Gründe fern. Die Sitzung wurde begleitet von massiven Protesten von Porsche-Mitarbeitern gegen den Kurs Piëchs. Dieser hatte in der vergangenen Woche von Schwierigkeiten der Stuttgarter gesprochen, Geld aufzutreiben. VW könne dagegen leichter Kredite bekommen. Daher sei auch eine Übernahme von Porsche durch VW denkbar. Außerdem hatte Piëch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking indirekt scharf kritisiert.

Unterdessen lehnte Niedersachsens Regierungschef Wulff eine mögliche Staatshilfe für Porsche ab. "Es ist völlig absurd, dass ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr dank seiner Optionsgeschäfte mehr Gewinn als Umsatz gemacht hat, nun den Staat und damit den Steuerzahler um eine Finanzierung anpumpt", sagte Wulff der "Bild"-Zeitung. Medienberichten zufolge prüft Porsche einen Kredit von der staatlichen Förderbank KfW.

dpa

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