Spekulationen über Schaeffler-Übernahme beflügeln Aktie

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Die Conti-Aktie steigt angesichts der möglichen Schaeffler-Übernahme an.

Herzogenaurach/ Hannover - Auch die Auseinandersetzungen zwischen Conti und Schaeffler werden zum Machtkampf, den man mit Porsche und VW vergleichen kann.

Die Aktie des Autozulieferers Continental ist am Mittwoch und Donnerstag nach Spekulationen über eine Schaeffler-Übernahme durch Conti auf Höhenflug gegangen, entwickelte sich danach aber uneinheitlich. Das Papier sprang im Feiertagshandel in der Spitze auf bis zu 24,78 Euro. Das “Handelsblatt“ hatte berichtet, die beiden Unternehmen könnten unter dem Dach von Conti fusionieren.

Schaeffler hatte sich bei der Übernahme des wesentlich größeren Continental-Konzerns verhoben und ist hoch verschuldet. Laut der Zeitung prüfen die Berater von Roland Berger derzeit im Auftrag des Gläubigerkonsortiums unter Führung der Commerzbank das Szenario. Die Übernahme von Conti durch Schaeffler könnte damit ähnlich wie bei Porsche und VW in einem sogenannten “Reverse Takeover“ enden, Conti könnte also Schaeffler schlucken. I

n der Politik gebe es breite Unterstützung für eine solche Lösung. Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck sagte dazu in Herzogenaurach: “Hier geht es nicht um einen Reverse-Takeover, sondern um die Frage, wie setzen wir gemeinsam das hinter der Übernahme stehende industrielle Konzept operativ am besten um.“ Weiter hieß es: “Die Schaeffler Gruppe arbeitet gemeinsam mit der Continental AG an Optionen für eine künftige Zusammenarbeit beider Unternehmen. Der Prozess ist ergebnisoffen und wird von beiden Unternehmen konstruktiv betrieben. Zur Begleitung dieses Prozesses haben beide Unternehmen gemeinsam einen externen Berater mandatiert.“

Noch ein Machtspiel

Gesamtbetriebsratschef Norbert Lenhard sagte am Mittwochabend im Bayerischen Fernsehen, ihm lägen keine fassbaren Informationen für eine Fusion von Conti und Schaeffler unter dem Dach der Conti vor. “Das muss erst noch mit den Banken und dem Staat geklärt werden“, unterstrich. Dem Betriebsrat lägen dazu jedenfalls seitens der Schaeffler-Führung noch keine Auskünfte vor. Daraus schließe er, “dass das noch nicht so konkret ist“.

Nach Ansicht des Finanzexperten Wolfgang Gerke wäre Schaeffler bei einer Gegenübernahme der Continental AG der Verlierer des Machtspiels zwischen Hannover und Herzogenaurach. “Der Käufer bestimmt die Geschäfts- und vor allem die Personalpolitik“, sagte Gerke den “Nürnberger Nachrichten“ (Donnerstag).

Die Auseinandersetzung um die Vorherrschaft zwischen Conti und Schaeffler sieht der Präsident des bayerischen Finanzzentrums auf einer Ebene mit dem “handfesten Machtkampf“ zwischen Porsche und VW, wo sich “ältere Herren gegenseitig aus ihren Ämtern“ kegeln wollen. Als Option gilt in der Branche nach wie vor, dass nur die beiden Automobil-Sparten von Conti und Schaeffler zusammengeführt werden. Offen ist die Zukunft der Conti-Reifensparte. Auch Kapitalerhöhungen gelten als denkbar.

Neben Schaeffler ist auch Conti hoch verschuldet. Den Banken drohen hohe Wertberichtigungen. Die Institute hofften nun laut Bericht, bei einer Fusion unter dem Dach von Conti allzu hohe Abschreibungen vermeiden zu können. Die Branchenkrise hat die beiden Autozulieferer voll erwischt. Continental stürzte im ersten Quartal 2009 nach einem drastischen Umsatzrückgang in die roten Zahlen. dpa hoe/kt/gü yybyf z2 kf

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