Logistikgruppe macht zwar Einbußen beim Umsatz, investierte aber 7,1 Millionen Euro in die Standorte

Zufall fährt auf sicherem Kurs

Die Geschäftsführer der Zufall-Logistik-Gruppe: Heinz-Günter Bäsell, Gerhard Grüneklee und Jürgen Wolpert (von links). Fotos: nh

Göttingen. „Auch wenn sich die Lage im ersten Quartal 2010 entspannt hat, blicken wir auf eine handfeste globale Wirtschaftskrise zurück, die auch an uns nicht spurlos vorübergegangen ist“, machte am Donnerstag Zufall-Geschäftsführer Gerhard Grüneklee bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2009 deutlich. Zwar werde bei der Göttinger Logistik-Gruppe nur noch vereinzelt kurz gearbeitet, doch gelang es dem Familienunternehmen, das bundesweit elf Standorte zählt, die 1398 Mitarbeiter nicht nur zu halten, sondern weitere 86 Beschäftigte neu einzustellen.

Kontraktlogistik wächst

Möglich wurde dies durch die Inbetriebnahme des Logistik Centers in Kandel bei Karlsruhe. Auf 34 600 Quadratmetern organisieren die Beschäftigten seit vergangenen Mai die Ersatzteillogistik für den Autozulieferer Bosch. Der Standort Kandel gehört zur Sparte Kontraktlogistik der Zufall Gruppe. Unter Kontraktlogistik versteht man die arbeitsteilige Kooperation zwischen Hersteller und Logistiker – Zufall ist bei Bosch dafür zuständig, dass alle Werkstätten mit Ersatzteilen beliefert werden.

Kontraktlogistik gehört zu Zufalls Wachstumssparten. 2009 steuerte der Bereich 21,6 Millionen Euro zum Umsatz bei, für 2010 erwartet Geschäftsführer Heinz-Günter Bäsell 23,2 Mio. Euro.

Generell war der Umsatz der Gruppe jedoch rückläufig, obwohl die Menge der beförderten Sendungen von 2,97 auf 3,05 Mio. Stück zugenommen hat. Der Grund: Die versandten Teile sind deutlich kleiner geworden.

Der Nettoumsatz – ohne Zölle, Einfuhr- und Umsatzsteuer – sank von 241,6 auf 219 Mio. Euro. Abstriche machen musste die Gruppe in den Sparten nationale Transportdienstleistungen (minus 10,3 Prozent), sowie im internationalen Waren- und Güterverkehr (minus 18,2 Prozent). Trotz der Abstriche, sagte Geschäftsführer Grüneklee, sei Zufall „auf sicherem Kurs“.

Trotz Krise hat das Unternehmen investiert. Insgesamt 7,1 Mio, Euro – aus den flüssigen Mitteln, so Bäsell – steckte die Gruppe 2009 in die Standorte Fulda-Rodges, Nohra in Thüringen und Neuenstein bei Bad Hersfeld. Eine neue Speditionsanlage mit 48 Toren wurde bei Transland in Haiger in Betrieb genommen. Zufall hält die Mehrheit an der Transland Spedition GmbH. In Göttingen wurden zwei Mio. Euro in den Ausbau der Umschlagfläche investiert. 2010 sollen erneut drei Mio. Euro investiert werden. „Im wesentlichen geht es dabei um Ersatzbeschaffung“, sagt Geschäftsführer Jürgen Wolpert. Generell will die Gruppe um fünf Prozent wachsen.

Zufall betreibt GVZ

Seit April betreibt Zufall das Güterverkehrszentrum (GVZ) in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schienenstrang in Göttingen. Hauptnutzer mit drei Viertel der 9000 Quadratmeter ist derzeit der Göttinger Hersteller von Aluminium-Walzerzeugnissen Novelis. Nun werden weitere Nutzer des GVZ gesucht.

Generell macht das Familienunternehmen keine Angaben zum Ertrag. Im elektronischen Bundesanzeiger wies es für 2008 aber einen Überschuss von 7,39 Mio. Euro aus.

Von Martina Wewetzer

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