Zypern: Wie groß wird der Rettungsschirm?

Nikosia - EU-Experten sollen klären, wieviel Geld Zypern vom Rettungsschirm braucht. Die Spekulationen reichen von sechs bis zehn Milliarden Euro.

Nach dem Antrag Zyperns auf Hilfe vom Rettungsschirm wird über die Höhe der benötigten Gelder spekuliert. Zyprische Medien gingen von einem Bedarf zwischen sechs und zehn Milliarden Euro aus. Regierungssprecher Stefanos Stefanou erklärte im zyprischen Radio: „In den nächsten Tagen werden Experten der EU nach Zypern kommen, um zu sehen, was wir brauchen“. Zur Höhe der Hilfe wollte er sich nicht äußern. Zypern, die drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum, flüchtet als fünftes Land unter den Euro-Rettungsschirm.

Am Dienstagnachmittag wollte der zyprische Staatspräsident Dimitris Christofias die politische Führung der Insel über die jüngsten Entwicklungen informieren. „Daraus schließe ich eins: Harte Sparmaßnahmen kommen auf uns zu“, sagte Andeas Stylianou, ein zyprischer Ingenieur, der Nachrichtenagentur dpa.

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Der Inselstaat hatte am Montagabend seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF oder ESM gebeten. Als Hauptproblem des Inselstaates gilt der eng mit den griechischen Geldhäusern verwobene Bankensektor. Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Zyperns auf Ramsch-Niveau gesetzt.

Pläne, einen Kredit von Drittländern wie Russland oder China zu bekommen, sind weiter nicht vom Tisch: „Wir untersuchen parallel auch die anderen Optionen“, sagte Regierungssprecher Stefanou. Die Umsetzung scheint bislang daran zu scheitern, dass Drittstaaten Zinsen in Höhe von etwa 4,5 Prozent verlangen. Zyprische Banken verwiesen zudem darauf, dass Brüssel Kredite von Drittstaaten nicht gerne sehe. Im vergangenen Dezember hatte Zypern bereits einen russischen Kredit über 2,5 Milliarden Euro für viereinhalb Jahre zu einem Zins von 4,5 Prozent aufgenommen.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, begrüßte das Hilfegesuch aus Zypern. „Die Eurogruppe wird den Antrag nun rasch untersuchen und Zypern eine formelle Antwort geben“, erklärte Luxemburgs Premier am Montagabend. Er erwarte nun, dass die 17 Euro-Länder der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank den Auftrag erteilen, Auflagen für die Hilfen auszuarbeiten. Dabei gehe es vor allem um den Finanzsektor.

dpa

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