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Neue Studie: ASS wirkt offenbar antiviral gegen Corona

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Von: Tanja Banner

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Acetylsalicylsäure und Salicylsäure haben im Labor antiviral gegen Coronaviren gewirkt. (Symbolbild)
Acetylsalicylsäure und Salicylsäure haben im Labor antiviral gegen Coronaviren gewirkt. (Symbolbild) © IMAGO/Zoonar

Acetylsalicylsäure (ASS) kommt unter anderem in Aspirin zum Einsatz. Nun zeigen Forschende im Labor, dass ASS antiviral gegen Corona wirkt.

Würzburg – Acetylsalicylsäure (ASS) wird in Medikamenten verwendet, die unter anderem gegen Schmerzen und Fieber eingenommen werden. Bekannt ist es vor allem aus dem Schmerzmittel Aspirin. In der Forschung ist bereits seit längerem bekannt, dass ASS die Vermehrung zahlreicher Viren einschränken kann. In diesem Zusammenhang werden vor allem Rhinoviren (Erkältungsviren) und Influenza-A-Viren (Grippeviren) genannt.

Nun haben Forschende der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg untersucht, wie sich ASS auf Sars-CoV-2-Viren auswirkt. Die Studienergebnisse des Forschungsteams um Nina Geiger wurden im Fachjournal Vaccines veröffentlicht. Für die Studie nutzten die Forschenden menschliches Lungengewebe, das mit ASS beziehungsweise dessen Ausgangsprodukt Salicylsäure (SS) behandelt wurde. Anschließend wurde das Gewebe mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt die virale Vermehrung von Coronaviren

Dabei stellten die Forschenden fest, dass sowohl ASS als auch Salicylsäure in der Lage waren, die virale Vermehrung der Coronaviren teilweise zu unterdrücken. Die Salicylsäure hemmte die Replikation um den Faktor 100, während ASS die Vermehrung der Viren um den Faktor 10 eindämmte.

Das Forschungsteam untersuchte außerdem, wie ASS und Salicylsäure die Vermehrung der Coronaviren hemmen. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass die beiden Wirkstoffe nicht den Eintritt des Virus behindern. Nach 24 Stunden führten die Präparate jedoch zu einer geringeren viralen Genexpression – die Viren replizierten sich weniger. Die Forschenden schließen daraus in ihrer Studie, dass ein für die Replikation von Sars-CoV-2-Viren wichtiger Signalweg innerhalb der Zellen unterdrückt wird.

Bereits 2020 hatten Forschende in den USA gezeigt, dass die Gabe von ASS eine Corona-Infektion positiv beeinflussen kann. Vor allem Personen, die bereits vor der Infektion aus anderen Gründen eine niedrige Dosierung ASS bekommen hatten, hatten einen deutlich milderen Verlauf ihrer Corona-Erkrankung – obwohl sie teils ungünstige Vorerkrankungen wie erhöhten Blutdruck, Diabetes oder Herz- und Nierenkrankheiten hatten. (tab)

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