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Wie wird der erste Kontakt mit außerirdischer Intelligenz aussehen? Forschungsteam simuliert Botschaft

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Von: Teresa Toth

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Vom Mars aus soll eine Nachricht an die Erde geschickt werden, um außerirdische Signale zu inszenieren. Die Öffentlichkeit kann beim Entschlüsseln der Botschaft helfen.

Mountain View – Die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme mit außerirdischer Intelligenz fasziniert die Menschheit seit langem. Während Science-Fiction-Filme und Bücher oft spektakuläre Begegnungen zeigen, stellt sich die Frage: Was würde wirklich passieren, wenn wir eines Tages in Kontakt mit Außerirdischen treten? Eine Gruppe von Forschenden und Künstler:innen will eine solche Begegnung simulieren.

Team aus Künstler:innen und Forschenden will Kontaktaufnahme mit Außerirdischen simulieren

Daniela de Paulis, eine etablierte interdisziplinäre Künstlerin und Funkerin, hat das Projekt namens „A Sign in Space“ ins Leben gerufen. Sie ist derzeit als Artist in Residence am US-amerikanischen SETI-Institut sowie am Green Bank Observatory tätig. Während es sich beim SETI-Institut um eine Non-Profit-Nichtregierungsorganisation handelt, die sich mit der Suche nach intelligentem außerirdischem Leben befasst, ist das Green Bank Observatory eine teilweise staatlich geförderte Forschungs- und Entwicklungsorganisation für Radioastronomie mit Sitz im US-Bundesstaat West Virginia.

Für ihr außergewöhnliches Experiment stellte de Paulis ein Team aus internationalen Expert:innen zusammen. Darunter befinden sich SETI-Forschende, Weltraumwissenschaftler:innen und Künstler:innen. „Eine Botschaft von einer außerirdischen Zivilisation zu erhalten, wäre eine zutiefst verändernde Erfahrung für die gesamte Menschheit. ‚A Sign in Space‘ bietet die einmalige Gelegenheit, dieses Szenario zu proben und vorzubereiten“, so die Künstlerin de Paulis in einer Mitteilung des SETI-Instituts. Zuletzt haben Forschende etwa gezeigt, dass Außerirdische die Erde etwa anhand der Mobilfunk-Signale entdecken könnten.

Kontakt mit Außerirdischen: Mehrere Teleskope sollen Botschaft empfangen

Im Rahmen des Projekts „A Sign in Space“ wird der ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) der Europäischen Weltraumorganisation Esa am 24. Mai 2023 um 19 Uhr (UTC, in Deutschland also gegen 21 Uhr) aus einer Umlaufbahn um den Mars heraus eine verschlüsselte Nachricht zur Erde senden. Etwa 16 Minuten nach Entsenden der Nachricht soll diese bei uns ankommen, wie das SETI-Institut erklärt.

Mehrere Teleskope auf der Erde sollen die simulierte Botschaft von Außerirdischen empfangen.
Mehrere Teleskope auf der Erde sollen die simulierte Botschaft von Außerirdischen empfangen. © Skatelescope/dpa

Drei Radio-Observatorien spüren die Botschaft dann auf. Dazu gehören das Allen Teleskop Array (ATA) des SETI-Instituts, das Robert C. Byrd Green Bank Teleskop (GBT) und das Observatorium der Radioastronomischen Station Medicina, das vom italienischen Nationalen Institut für Astrophysik (INAF) betrieben wird. Der genaue Inhalt der verschlüsselten Botschaft, die von de Paulis und ihrem Team entwickelt wurde, wird nicht bekannt gegeben, sodass die Öffentlichkeit zur Entschlüsselung und Interpretation des Inhalts beitragen kann.

Öffentlichkeit kann im Netz über die Botschaft diskutieren

Hierfür will das SETI-Institut das Signal der Öffentlichkeit nach dem Empfang zur Verfügung stellen. Jeder, der mithelfen will, die Botschaft zu entschlüsseln und zu interpretieren, kann seine Überlegungen auf dem Discord-Server „A Sign in Space“ mit anderen Teilnehmenden diskutieren. Zudem plant das Team eine Reihe von öffentlichen Zoom-Diskussionen, in denen sich Forschende und Künstler:innen mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Entdeckung eines Signals einer außerirdischen Zivilisation befassen. Die Gespräche werden über sechs bis acht Wochen nach der Übertragung stattfinden.

Dass Außerirdische bislang noch keinen Kontakt zu Erde aufgenommen haben, könnte laut einer Studie des SETI-Instituts daran liegen, dass die Erde gut versteckt ist. (tt)

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