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Asteroiden-Einschlag sorgte für monatelanges „Mega-Erdbeben“

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Von: Tanja Banner

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Der Einschlag eines zehn Kilometer großen Asteroiden hat das Schicksal der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren besiegelt. Der Asteroid löste wohl ein wochen- oder monatelanges Erdbeben aus, sagt ein Forscher. (Symbolbild)
Der Einschlag eines zehn Kilometer großen Asteroiden hat das Schicksal der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren besiegelt. Der Asteroid löste wohl ein wochen- oder monatelanges Erdbeben aus, sagt ein Forscher. (Symbolbild) © imago/Science Photo Library

Nach dem Einschlag des Asteroiden, der die Dinosaurier aussterben ließ, soll die Erde wochen- oder monatelang gebebt haben, will ein Forscher herausgefunden haben.

Kassel – Vor etwa 66 Millionen Jahren muss die Erde ein sehr unwirtlicher Ort gewesen sein. Das zeigen Studien, die sich mit der Zeit rund um den Asteroiden-Einschlag beschäftigen, durch den die Dinosaurier und zahlreiche weitere Lebewesen ausstarben. Die neuesten Erkenntnisse rund um den Themenkomplex stammen vom kolumbianischen Geologen Hermann Bermúdez, der sie am kommenden Sonntag (9. Oktober) bei einer Veranstaltung der Geological Society of America vorstellen will.

Einiges hat der Forscher jedoch bereits vorab verraten – es zeigt, wie katastrophal die Situation auf der Erde gewesen sein muss, nachdem der Asteroid mit einem Durchmesser von zehn Kilometern die Erde getroffen hat. Neben Bränden, Tsunamis und schwefelhaltigen Aerosolen in der Luft, soll es nach dem Einschlag ein „Mega-Erdbeben“ gegeben haben, will der Forscher herausgefunden haben. Das Erdbeben habe 50.000 Mal mehr Energie freigesetzt als das Erdbeben der Magnitude 9,1 in Sumatra 2004, heißt es in einer Mitteilung. Das Beben sei so massiv gewesen, dass der Planet mehrere Wochen oder sogar Monate lang gebebt habe.

Fakten zum Einschlags-Ort des Dino-Killer-Asteroiden
Ort:Mexiko, Halbinsel Yucatan
Krater:Chicxulub-Krater
Durchmesser des Kraters:180 Kilometer
Fläche des Kraters:25.450 Quadratkilometer
Entdeckung:1991

Nach Asteroiden-Einschlag: Erde bebte für Wochen oder Monate

Um zu diesem Ergebnis zu kommen, hat Bermúdez unter anderem auf der Insel Gorgonilla in Kolumbien geforscht. Dort fand der Geologe Kugelablagerungen – Sedimentschichten, die mit kleinen Glasperlen und Scherben gefüllt sind, die als „Tektite“ oder „Mikrotektite“ bekannt sind. Sie sind ein eindeutiges Zeichen für einen früheren Asteroiden-Einschlag, denn sie entstehen, wenn unter der Hitze und dem Druck des Einschlags die Erdkruste schmilzt und zersplittert, sodass kleine geschmolzene Kügelchen in die Atmosphäre geschleudert werden. Unter dem Einfluss der Schwerkraft fallen die Kügelchen als Glas auf die Oberfläche zurück.

Forscher findet Spuren des Erdbebens nach dem Asteroiden-Einschlag

Die Insel Gorgonilla ist nach Angaben von Bermúdez „ein fantastischer Ort“, um den Asteroiden-Einschlag vor 66 Millionen Jahren zu untersuchen. Unter anderem sind dort Felsen freigelegt, die sich damals in etwa zwei Kilometern Tiefe auf dem Grund des Ozeans befanden. In diesem Gestein – etwa 3000 Kilometer südwestlich vom Einschlags-Ort des Asteroiden, der sich auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko befindet, fand der Geologe Spuren des Erdbebens: Schlamm- und Sandsteinschichten, die damals zehn bis 15 Meter unter den Meeresboden reichten, wurden verformt – was Bermúdez auf die Erschütterungen durch den Einschlag zurückführt. Auch in der kugelförmigen Schicht setzten sich die Verformungen durch Erschütterungen fort. Der Forscher schließt daraus, dass die Erdbeben Wochen und Monate anhielten – in der Zeit, in der feinkörnige Ablagerungen den Meeresboden erreichten.

„Dino-Killer“

Über den Asteroiden-Einschlag, der die Dinosaurier aussterben ließ, hat die Forschung mittlerweile einiges herausgefunden: Er fand im Frühjahr statt und schlug in einem besonders tödlichen Winkel ein. Ein Forscher will zudem ein Stück des Asteroiden gefunden haben, der vor 66 Millionen Jahren auf der Erde einschlug.

„Dino-Killer“-Asteroid hat die Erde wohl monatelang beben lassen

Auch in Mexiko und den USA will der Forscher Hinweise auf das Mega-Erdbeben gefunden haben. In Mexiko soll es Beweise für eine Verflüssigung geben – bei diesem Phänomen fließen wassergesättigte Sedimente durch starke Erschütterungen wie eine Flüssigkeit. In den US-Bundesstaaten Mississippi, Alabama und Texas hat Bermúdez außerdem Verwerfungen und Risse dokumentiert, die nach seiner Einschätzung mit dem Mega-Beben zusammenhängen. (tab)

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