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Asteroiden: Faszinierende Kleinplaneten im Fokus der Wissenschaft

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Von: Alexander Schulz

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Das Sonnensystem beherbergt unzählige Asteroiden, manche kommen der Erde gefährlich nahe. Doch was sind diese Himmelskörper? Die wichtigsten Fakten im Überblick

Kassel – In unserem Universum gibt es ferne Phänomene wie das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie. Manch spannendes Objekt finden wir jedoch auch direkt in unserem Sonnensystem, zum Beispiel Asteroiden. Über 1,2 Millionen von ihnen wurden bereits erfasst und es kommen monatlich mehrere tausend hinzu. Das Interesse an den Kleinplaneten ist groß: Kreuzen sie die Umlaufbahn der Erde, droht unserem Planeten große Gefahr. Das Risiko eines Einschlags ist jedoch gering, da sich die meisten Asteroiden auf einer stabilen Umlaufbahn im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter befinden.

Asteroid, Meteorid, Zwergplanet oder Komet?

Asteroiden sind Himmelskörper, deren Größe von wenigen Metern bis hin zu mehreren hundert Kilometern reicht, kleinere Objekte werden als Meteoroiden bezeichnet. In der Wissenschaft werden Asteroiden auch als Kleinplaneten aufgefasst, und das, obwohl der größte von ihnen (Pallas) einen mehr als sechsmal kleineren Durchmesser als der Mond der Erde hat. Der Grund ist, dass Asteroiden die Sonne auf eigenen Umlaufbahnen umkreisen, sie sind den Planeten somit ähnlicher als den Monden.

Ab einer gewissen Größe spricht man nicht mehr von Asteroiden, sondern von Zwergplaneten: Deren Masse ist so groß, dass ihre eigene Gravitation sie zu einer annähernden Kugelgestalt formt. Die Astronomie war sich aber über die Einordnung von Himmelskörpern lange uneinig. So firmierte Ceres (Durchmesser ca. 963 km) seit der Erfindung des Begriffs im Jahr 1851 als Asteroid, bis der Himmelskörper 2006 aufgrund seiner Form zum Zwergplaneten aufstieg.

Der Komet Hale-Bopp zieht einen Schweif hinter sich her
Kein Asteroid: Kometen bestehen aus Eis und ziehen in Sonnennähe einen Schweif hinter sich her © agefotostock/imago

Ein Komet hat genauso wie Asteroiden eine eigene Umlaufbahn um die Sonne. Kometen bestehen jedoch zu einem Teil aus Eis, das ihren charakteristischen Schweif erzeugt, sobald sie der Sonne nah genug kommen. Asteroiden und Kometen werden oft verwechselt, aber auch der Begriff „Meteoroid“ sorgt gerne für Verwirrung: Mit „Meteor“ ist genau genommen nur eine Sternschnuppe gemeint, während ein „Meteorit“ wiederum ein „Meteoroid“ ist, der die Atmosphäre durchquert und die Erdoberfläche erreicht.

Vier wichtige Asteroiden

Diese spannenden Kleinplaneten sollten Sie kennen:

Es gibt noch viele andere spannende Asteroiden, täglich werden weitere entdeckt.

Die Erforschung der Kleinplaneten

Die Erforschung der Asteroiden begann mit ihrer Entdeckung durch Teleskope ab dem Jahr 1801. Damals entdeckte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi in der Nacht des 1. Januars Ceres, welcher lange Zeit als größter Asteroid galt. Seither hat sich in der Erforschung der Kleinplaneten viel getan. Bis zum Beginn des systematischen Einsatzes der Fotografie zur Beobachtung von Himmelskörpern im Jahr 1890 wurden ca. 300 Objekte erfasst, zehn Jahre später kannte man schon 451 (Quelle: IAU Minor Planet Center).

Die Nasa-Raumsonde „Dart“ erblickt den Asteroiden „Dimorphos“. Nur Minuten später kollidiert sie mit ihm – ein geplantes Manöver, um künftig möglicherweise nötige Verteidigungsmanöver zu testen.
Der Asteroid Dimorphos aus Sicht der Nasa-Sonde Dart: Einer von über 1,2 Millionen bekannten Asteroiden im Sonnensystem © NASA/Johns Hopkins APL

Gefahr aus den Tiefen des Alls

Seit Beginn der Raumfahrt interessieren sich auch Weltraumbehörden wie Nasa und Esa für die Himmelskörper. Allein die Nasa startete seit 1989 neun erfolgreiche Missionen mit unbemannten Raumsonden, die Asteroiden zum Ziel hatten. Doch das Interesse ist nicht nur rein wissenschaftlicher Natur. Spätestens seit der Entdeckung, dass ein bis zu 15 Kilometer großer Asteroid vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgelöscht haben könnte, ist die Erforschung von Asteroiden auch für die Öffentlichkeit relevant.

Laut US-amerikanischen Forschern befinden sich ca. 1100 Asteroiden in Erdnähe, deren Einschlag globale Folgen hätte. Aus statistischer Sicht kommt eine derartige Katastrophe jedoch höchstens alle 500.000 Jahre vor. Dennoch behält die internationale Wissenschaft die Gefahr im Blick, allen voran die USA: Stand 2011 hat das Projekt LINEAR über 200.000 potenziell gefährliche Objekte erfasst und bewertet. Zudem existiert mit „Sentry“ seit 2002 ein weitgehend automatisiertes Überwachungssystem.

DART: Auf Kollision mit einem Asteroiden

Die bisher spektakulärste Asteroiden-Mission der NASA wurde im Herbst 2022 ein großer Erfolg: Die 500 Kilogramm schwere Raumsonde DART sollte mit dem Asteroiden-Mond Dimorphos kollidieren und ihn dadurch von seinem Orbit ablenken. Dimorphos eignete sich dafür perfekt, da er als Teil eines Doppelasteroiden den größeren Didymos umkreist. Bahnabweichungen sind daher besonders gut zu erfassen.

Nach Auswertung der Mission wurde im Oktober 2022 bekannt, dass DART die Umlaufzeit des 170 Meter großen Dimorphos um Didymos um ganze 32 Minuten verlangsamte. DART ist somit ein Meilenstein in der Entwicklung von Abwehrstrategien gegen gefährliche Asteroiden.

Rohstoffquellen der Zukunft

Noch befindet sich die Raumfahrt in ihren Kinderschuhen, die Menschheit hat es bisher kaum über den eigenen Planeten hinaus geschafft. Unseren Nachbarplaneten Mars haben wir zwar schon erreicht, jedoch erst mit unbemannten Rovern wie Curiosity oder Perseverance. Es wird also noch dauern, bis Menschen ihren Fuß auf den roten Planeten setzen.

Allerdings werden neben den Visionen des umstrittenen Milliardärs Elon Musk von einer Besiedlung des Mars zunehmend weitere Ideen realistisch, die bislang Science Fiction waren. Asteroiden könnten somit in naher Zukunft zu wichtigen Rohstoffquellen werden. Sie enthalten Edelmetalle, seltene Erden, Erze und sogar Wasser: die Nutzung von Asteroiden wird daher zentral für die Eroberung des Sonnensystems sein. (Alexander Schulz)

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