1. Startseite
  2. Wissen

„Morgenstern“ Venus: So entdecken Sie den Planeten am Himmel

Erstellt:

Von: Tanja Banner

Kommentare

Je nachdem, wann sie am Himmel zu sehen ist, gilt die Venus als Morgenstern oder Abendstern. (Archivbild)
Je nachdem, wann sie am Himmel zu sehen ist, gilt die Venus als Morgenstern oder Abendstern. (Archivbild) © imago/Karina Hessland

Ein helles, auffällig leuchtendes Licht ist früh morgens im Südosten zu erkennen. Es handelt sich weder um ein Flugzeug noch um ein Ufo, sondern um ein natürliches Objekt.

Kassel – Wer morgens früh das Haus verlässt, kann es sehen: Ab etwa 5 Uhr erscheint im Südosten ein helles Licht am Horizont. Der vermeintliche „Stern“ steigt langsam weiter nach oben und leuchtet auffällig hell, bis die aufgehende Sonne das mysteriöse Licht gegen 7 Uhr überblendet. Doch worum handelt es sich? Wer sich in der Nähe eines Flughafens befindet, könnte ein Flugzeug im Landeanflug hinter dem hellen Licht vermuten. Menschen, die mysteriösen Dingen zugeneigt sind, könnten eher an ein Ufo denken.

Doch weit gefehlt: Es handelt sich bei dem hellen Licht im Südosten weder um ein menschgemachtes Fluggerät noch um ein Ufo. Es ist der Planet Venus, der so auffällig hell am Morgenhimmel strahlt.

Planet Venus strahlt als heller Morgenstern im Südosten

Die Venus ist der hellste Planet am Himmel und nach dem Mond der hellste Himmelskörper, den man am Nachthimmel überhaupt sehen kann. Sie ist der innere Nachbarplanet der Erde und kann aus Gründen der Himmelsmechanik immer nur am Morgen- oder Abendhimmel zu sehen sein. Tief in der Nacht wird man die Venus nie zu Gesicht bekommen. Aus diesem Grund hat sie gleich zwei gängige umgangssprachliche Namen: Die Venus ist – je nachdem, wann sie gerade zu sehen ist – der Morgenstern oder der Abendstern.

Der Planet Venus gilt als ein „Zwilling“ der Erde

Genau wie die Erde, Mars und Merkur gehört die Venus zu den Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem. Generell gilt der Planet Venus als ein „Zwilling“ der Erde: Ihre Masse und chemische Zusammensetzung ähneln sich – ihre Oberflächen und Atmosphären unterscheiden sich jedoch gewaltig voneinander. Die Venus gilt als eine „Gluthölle“: Auf dem Nachbarplaneten der Erde herrscht eine mittlere Temperatur von 464 Grad Celsius, der Druck ist mit 92 bar immens hoch und die Wolken der Venus bestehen zu etwa 90 Prozent aus Schwefelsäure. Trotzdem gilt die Venus als der Planet der Liebe, benannt wurde sie nach der römischen Liebesgöttin Venus.

NameVenus
HimmelskörperPlanet
Entfernung von der Sonne108.200.000 km
Umlaufzeit um die Sonne225 Tage
Druck92 bar
minimale Temperatur437 °C
mittlere Temperatur464 °C
maximale Temperatur497 °C

Venus am Morgenhimmel: Der Planet hat Phasen wie der Mond

Doch zurück zum Blick an den Himmel: Die Venus hat – genau wie der Mond – verschiedene Phasen, die schon im kleinen Teleskop gut zu erkennen sind. Steht sie zwischen Sonne und Erde, kann man eine Sichel erkennen, zieht sie hinter die Sonne, wird die kleine Scheibe, die man erkennen kann, voll vom Sonnenlicht beleuchtet.

Die Venus bleibt bis etwa Ende September als Morgenstern am frühen Morgenhimmel erhalten – wird dabei jedoch immer früher vom Licht der aufgehenden Sonne überblendet. Seit einiger Zeit steht die Venus auch wieder im Fokus der Forschung: Die US-Raumfahrtorganisation Nasa will gleich zwei Raumsonden zum Nachbarplaneten der Erde schicken, nachdem mögliche Hinweise auf Leben in der Venus-Atmosphäre gefunden wurden. (tab)

Was passiert am Himmel über unseren Köpfen? Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter rund um Astronomie und Raumfahrt und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Auch interessant

Kommentare