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Neue Theorie: Außerirdische kontaktieren Erde nicht, weil es kein Zeichen für Intelligenz gibt

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Von: Tanja Banner

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Gibt es da draußen Leben? Bei 400 Milliarden Sternen alleine in der Milchstraße ist das vorstellbar. (Symbolbild)
Gibt es da draußen Leben? Bei 400 Milliarden Sternen alleine in der Milchstraße ist das vorstellbar. (Symbolbild) © imago/Westend61

Ein Forscher veröffentlicht seine Theorie, weshalb Außerirdische die Erde nicht kontaktiert haben. Frühestens in hunderten Jahren soll das möglich sein.

Jerusalem – Wenn es außerirdisches intelligentes Leben im Universum gibt, warum hat es uns Erdlinge noch nicht kontaktiert? Auf diese fundamentale Frage gibt es unzählige Antworten – unter anderem die, dass die Erde „gut versteckt“ ist. Nun überrascht eine neue, noch nicht von Fachleuten geprüfte Studie, mit einer Erklärung: Außerirdische haben unseren Planeten bisher nicht kontaktiert, weil es kein Zeichen für Intelligenz auf der Erde gibt.

Die Theorie des israelischen Astrophysikers Amri Wandel von der Hebräischen Universität in Jerusalem klingt beim ersten Lesen flapsig – man könnte sich glatt beleidigt fühlen. Doch schaut man genauer hin, könnte Wandel Recht behalten. Sein Argument: Die Menschheit sendet erst seit knapp hundert Jahren Radiosignale aus, die bis ins Weltall dringen. Deshalb ist die sogenannte „Radioblase“, die die Erde umgibt, mit einem Durchmesser von etwa 200 Lichtjahren auch noch nicht besonders groß.

Kontakt mit Außerirdischen: Signale von der Erde sind noch nicht weit vorgedrungen

Zum Vergleich: Die Milchstraße – die Galaxie, in der sich die Erde befindet – hat einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren, das Universum soll der Forschung zufolge einen Durchmesser von 94 Milliarden Lichtjahren haben. Bisher konnten die Radiowellen, die von der Erde ausgehen, nur etwa die 15.000 nächstgelegenen Sterne erreichen, erklärt Wandel in seiner Studie, die er auf dem Preprint-Server ArXiv veröffentlicht hat. Alleine in der Milchstraße soll es jedoch bis zu 400 Milliarden Sterne geben.

Doch Wandels Argumentation geht noch weiter: Da die ersten irdischen Radiosignale erst hundert Jahre alt sind, hätten bisher nur Reaktionen von Zivilisationen eintrudeln können, die maximal 50 Lichtjahre entfernt sind. Schließlich würde das Signal von der Erde 50 Lichtjahre benötigen, um die fremde Zivilisation zu erreichen – das Antwortsignal würde genauso viel Zeit benötigen.

Theorie: Außerirdische haben bisher noch keine Intelligenz auf der Erde gesehen

Potenzielle Kandidaten soll es laut Wandel in einem Umkreis von 50 Lichtjahren um die Erde jedoch genug geben: Der Astrophysiker schätzt, dass es etwa 2000 Sterne in diesem Umkreis gibt, die von einer unbekannten Anzahl von Planeten umkreist werden.

Erster Kontakt mit Außerirdischen frühestens in mehreren hundert Jahren

Für alle, die einen möglichen ersten Kontakt mit Außerirdischen nicht erwarten können, hat der Astrophysiker jedoch auch eine gute Nachricht: Da sich die Radioblase um die Erde mit der Zeit ausdehnt, sollte es in Zukunft wahrscheinlicher sein, außerirdische Kommunikation oder gar Raumsonden zu empfangen. Laut Wandel beginnt die sogenannte „Kontaktära“ 400 bis 2000 Jahre nach der ersten Radiokommunikation, die ins Weltall hinausgedrungen ist. In frühestens 300 Jahren könnte also die erste Kontaktaufnahme einer außerirdischen Zivilisation erfolgen, wenn es nach Wandel geht.

Eine andere Studie geht davon aus, dass es noch viele tausend Jahre bis zur ersten Kommunikation mit Außerirdischen dauern kann. Trotzdem arbeitet ein Forschungsteam bereits an Begrüßungsprotokollen für den ersten Kontakt. Ein anderes Team arbeitet an einer Nachricht für Außerirdische, die gezielt ins Universum geschickt werden soll. (tab)

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