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Kommunikation mit Außerirdischen: Menschheit muss sich noch Jahrtausende gedulden

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Von: Tanja Banner

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Ist jemand da draußen? Diese Frage stellt sich auch die Forschung beim Blick ins Universum. (Symbolbild)
Ist jemand da draußen? Diese Frage stellt sich auch die Forschung beim Blick ins Universum. (Symbolbild) © imago/Imaginechina-Tuchong

Wie lange würde es dauern, bis die Menschheit mit einer außerirdischen Zivilisation kommunizieren kann? Forschende zeigen zwei Szenarien.

Bejing – Sind wir alleine im Universum oder gibt es in den Tiefen des Weltraums intelligente Lebewesen? Das ist eine der großen Fragen der Menschheit, die auch die Forschung umtreibt. „Als einzige fortgeschrittene intelligente Zivilisation auf der Erde ist eine der rätselhaftesten Fragen für die Menschen, ob unsere Existenz einzigartig ist“, schreiben die Forschenden Wenjie Song und He Gao von der Pädagogische Universität Beijing in einer neuen Studie, die sich mit kommunizierenden außerirdischen intelligenten Zivilisationen (communicating extraterrestrial intelligent civilizations, CETIs) beschäftigt.

Die beiden chinesischen Forschenden stellen sich in ihrer Studie, die im Astrophysical Journal veröffentlicht wurde, die Frage, wie lange es wohl dauert, bis eine außerirdische Intelligenz erstmals Kontakt mit der Erde aufnimmt. Eine Antwort darauf ist nicht einfach zu erhalten, denn es fehlt an Daten, wie die Forschenden sich auch selbst eingestehen: „Wir können nur von einem einzigen bekannten Datenpunkt (uns selbst) lernen, ohne den Mittelwert oder die Standardabweichung der Stichprobe zu kennen“, schreiben sie in ihrer Studie.

Kommunikation mit Außerirdischen: Wann kann die Erde mit einem Kontakt rechnen?

Anschließend versuchen sie, mithilfe von Simulationen zu ermitteln, wie viele kommunizierende intelligente Zivilisationen es in unserer Galaxie geben könnte und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese miteinander kommunizieren. Dazu müssen die Forschenden auch mit einbeziehen, wie wahrscheinlich es ist, dass auf einem Gesteinsplaneten in der Milchstraße tatsächlich Leben entsteht und sich zu einer intelligenten, kommunizierenden Zivilisation entwickelt.

Die Forschenden zeigen in ihrer Studie zwei Szenarien. Für das optimistische Szenario nimmt die Studie an, dass ein Stern in der Milchstraße nach frühestens 25 Prozent seiner Lebensdauer eine CETI in seinem Planetensystem hervorbringen kann. Gleichzeitig gehen die Forschenden davon aus, dass es für jeden Gesteinsplaneten eine Wahrscheinlichkeit von 0,1 Prozent gibt, dass sich dort eine kommunizierende intelligente Zivilisation entwickelt.

Optimistische Schätzung: In 2000 Jahren ist eine Kommunikation mit Außerirdischen möglich

Diese optimistischen Variablen führen zu einem Ergebnis, das erst einmal eindrucksvoll klingt: Demnach müsste es in der Milchstraße mehr als 42.000 kommunizierende intelligente Zivilisationen geben. Doch diese große Zahl würde sich auf eine sehr große Region – eben die gesamte Milchstraße – und auf eine lange Zeit verteilen. Das Fazit der Forschenden: In diesem optimistisch gerechneten Fall müsste die Menschheit 2000 Jahre warten, um eine Zwei-Wege-Kommunikation mit einer außerirdischen Zivilisation in unserer Galaxie zu erleben.

Es ist völlig ungewiss, welcher Anteil der terrestrischen Planeten Leben hervorbringen kann, und der Prozess, bei dem sich Leben zu einer CETI entwickelt und in der Lage ist, nachweisbare Signale in den Weltraum zu senden, ist höchst unvorhersehbar.

Wenjie Song und He Gao in ihrer Studie

Pessimistisches Szenario: Menschheit muss 400.000 Jahre auf Kontakt zu außerirdischer Zivilisation warten

Das pessimistische Szenario geht davon aus, dass ein Stern mindestens 75 Prozent seiner Lebensdauer hinter sich haben muss, bis sich eine CETI in seinem Planetensystem entwickeln kann. Gleichzeitig lassen die Forschenden die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf einem Gesteinsplaneten eine intelligente kommunizierende Lebensform entwickelt, auf 0,001 Prozent sinken. Das Ergebnis dieser Rechnung ist fast schon enttäuschend: Die Forschenden kommen auf nur noch 111 CETIs in der Milchstraße, für eine Zwei-Wege-Kommunikation mit einer solchen Zivilisation müsste die Menschheit schlappe 400.000 Jahre warten.

„Es ist völlig ungewiss, welcher Anteil der terrestrischen Planeten Leben hervorbringen kann, und der Prozess, bei dem sich Leben zu einer CETI entwickelt und in der Lage ist, nachweisbare Signale in den Weltraum zu senden, ist höchst unvorhersehbar“, halten die Forschenden in ihrer Studie fest. Letztendlich bleibt abzuwarten, ob und wann es jemals einen Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen geben wird. Derzeit arbeiten Forschende an einer neuen Botschaft, die sie ins Weltall schicken wollen, um mögliche fremde Zivilisationen auf die Menschheit aufmerksam zu machen. Bisher gab es auf solche Versuche, die es bereits in der Vergangenheit gab, keine Antwort – es sind seitdem jedoch auch noch keine 2000 Jahre vergangen. (tab)

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