Auffrischungsimpfung

Booster gegen Corona: Wie lange schützt die Auffrischungsimpfung?

Rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung hat mittlerweile eine Corona-Auffrischungsimpfung bekommen. Doch wie lange hält der Booster-Schutz?

Kassel – „Die Lösung liegt auf der Hand“, hat der neue Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner ersten Regierungserklärung mit Blick auf den zweiten Corona-Winter und die vierte Welle in Deutschland gesagt. Damit spielte der SPD-Politiker auf die Impfungen gegen das Virus an. „Jeder kann und sollte sich impfen lassen“, sagte er und appellierte damit nicht nur an noch ungeimpfte Menschen in Deutschland, sondern auch an diejenigen, deren vollständige Impfung schon mehrere Monate zurückliegt.

Denn dann empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischungsimpfung, den sogenannten Booster. Die dritte Impfung soll – insbesondere auch aufgrund der sich rasend verbreitenden Omikron-Variante – den bestehenden Impfschutz noch einmal auffrischen und verstärken. Doch wie lange schützt die Boosterimpfung eigentlich gegen Corona? Ist schon bald eine vierte Impfung nötig? Expert:innen klären auf.

Wie lange hält der Impfschutz nach der Booster-Impfung gegen Corona an?

Booster gegen Corona: Auffrischung soll vor allem gegen Omikron-Variante helfen

Mehr als 21 Millionen Menschen (Stand 15.12.2021) haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland mittlerweile die Boosterimpfung gegen Corona erhalten. Studien hatten zuvor gezeigt, dass der Impfschutz besonders gegen die Omikron-Variante deutlich geringer ausfällt. Aber auch gegen die noch vorherrschende Delta-Variante soll die Booster-Impfung einen zusätzlichen Schutz bieten. Eine Booster-Dosis sei also nötig, um den Antikörper-Spiegel wieder zu erhöhen. Erste Untersuchungen von Forschenden ergaben zudem, dass der Impfschutz etwa sieben bis zwölf Tage nach der Booster-Impfung wieder ansteigt. Doch wie lange bleibt er dann bestehen?

Noch ist unsicher, ob und wann in der Zukunft eine vierte Impfung oder weitere Auffrischungsimpfungen nötig sein werden, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Auch, weil die Boosterimpfungen noch recht neu sind und somit keine wissenschaftlichen Forschungen vorliegen, die die Wirkung des Impfschutzes nach der Auffrischung über einen längeren Zeitraum beobachten konnten.

Corona-Booster: Wie lange hält der Impfschutz nach der Auffrischungungsimpfung?

Der Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs ist im Gespräch mit RTL dennoch optimistisch. Auf die Frage, wie lange der Corona-Impfschutz nach der Boosterimpfung bestehen bleibt, antwortet der Wissenschaftler: „Da muss man wirklich sagen: viel länger, als das, was wir nach der zweiten Impfung erlebt haben.“ Das führt er darauf zurück, dass die Immunantwort nicht nur wieder auf das Niveau nach der zweiten Impfung ansteigt, sondern noch deutlich höher ausfällt. Der Körper werde noch deutlich mehr Antikörper entwickeln und daher sei davon auszugehen, dass der Impfschutz nicht mehr so schnell abfalle, wie nach der zweiten Impfung.

Auch andere Fachleute gehen aktuell nicht davon aus, dass in Zukunft spätestens alle sechs Monate eine Auffrischungsimpfung gegen Corona notwendig sein wird. Von anderen Impfstoffen wisse man, dass eine späte Auffrischung die Gedächtniszellen so stark anrege, dass man dann auch ein, zwei Jahre, hoffentlich mehr, keine Impfung mehr benötige, erklärte Christine Dahlke von der Abteilung Klinische Infektionsimmunologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Hinzu komme, so eine Studie der Berliner Charité, dass sich das Virus später – wenn die meisten Menschen immun sind – nicht mehr so schnell verändere. Dann sei auch mit einer längeren Haltbarkeit der Corona-Impfstoffe zu rechnen.

Keine Testpflicht für Geimpfte mit Booster-Auffrischung: „Sehr nennenswerter Schutz“

Auch wenn noch nicht abschließend geklärt ist, wie lange die Boosterimpfung verlässlich gegen die aktuellen Corona-Varianten schützt, wirbt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) weiterhin für die Auffrischung. Geboosterte Geimpfte hätten bereits jetzt einen Schutz von 75 Prozent gegen die Omikron-Variante, sagte der Minister am Sonntag (12.12.2021) in der ARD-Talkshow Anne Will, „Das ist sehr nennenswert“.

Damit rechtfertigte Lauterbach auch die Entscheidung, dass zusätzliche Corona-Tests für Geboosterte künftig wegfallen sollen. Die Entscheidung ergebe epidemiologisch Sinn, da Menschen mit einer Auffrischung nur noch ein geringes Risiko haben, sich zu infizieren und andere anzustecken – und das diesmal offenbar länger als sechs Monate. (iwe)

Rubriklistenbild: © Daniel Leal/afp

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