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Paläontologen finden versteinerte Dinosaurier-Haut, die es so gar nicht geben dürfte

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Von: Julian Baumann

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Die Bilder zeigen eine Darstellung des lebenden Dinosauriers (oben), die mumifizierte Haut mit Bissspuren (Mitte) und die Knoch mit Brüchen und Kratzern (unten).
In North Dakota wurde ein Dinosaurier-Skelett mitsamt Haut gefunden. Der Verwesungsprozess wurde derart verlangsamt, dass die Haut 70 Millionen Jahre überdauerte. © NDGS/Stephanie K. Drumheller, Clint A. Boyd, Becky M. S. Barnes, Mindy L. Householder

Ein Dinosaurier-Skelett mitsamt Haut gibt den Forschern Rätsel auf. Eigentlich müsste die Haut der 70 Millionen Jahre alten Urzeitechse längst verwest sein.

North Dakota - Wenn die Überreste eines neuen Dinosauriers gefunden werden, gerät noch immer die ganze Wissenschaftswelt in Aufruhr. Zu spannend ist es, Aspekte des Lebens der Urzeitechsen zu entschlüsseln, die vor Millionen von Jahren auf der Erde wandelten. Ein Dino gab den Forschern etwa Hinweise darauf, warum der T-Rex so kurze Arme hatte. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Fundstücken um Knochen, da sie normalerweise als einziges zurückbleiben, wenn ein toter Körper verwest. Umso erstaunlicher ist der Fund eines mumifizierten Dinosauriers, der in North Dakota entdeckt wurde.

Der Begriff Mumifizierung wird allgemein mit der Kultur des alten Ägypten assoziiert, bei der die Körper verstorbener Herrscher einbalsamiert und haltbar gemacht wurden. Während diese Prozedur von Menschenhand geschah, kann ein Mumifizierungsprozess aber auch natürlich ablaufen. Die Überreste des 70 Millionen Jahre alten Dinosauriers, die in North Dakota entdeckt wurden, sind in einem so guten Zustand, dass Bissspuren auf der Haut der Echse nachgewiesen werden konnten. Da Haut, genau wie Fleisch und Muskelgewebe, beim Verwesungsprozess zerfällt, gehen die Forscher davon aus, dass der Dinosaurier mumifiziert wurde.

Dinosaurier-Haut mit Bisswunden nach 70 Millionen Jahren noch gut erhalten

Obwohl die Paläontologen bereits über ein großes Wissen über die Lebensweise der Urzeitechsen verfügen, bringen neue Funde immer wieder neue Erkenntnisse. In Chile wurde beispielsweise das Fossil eines trächtigen Dinosauriers ausgegraben. Im Fall des Fundes in der Hell-Creek-Formation im Süden des US-Bundesstaates North Dakota gab der ungewöhnlich gute Zustand des Dinosauriers Aufschluss über die Feinde der Urzeitgiganten. Laut Stephanie Drumheller-Horton, Paläontologin an der University of Tennessee in Knoxville, ist die Haut des sieben Meter langen Dinosauriers nach 70 Millionen Jahren derart gut erhalten, dass man mehrere Bisswunden und Kratzer erkennen kann, berichtet das Portal New Scientist.

Die Bisswunden auf der gut erhaltenen Haut des Dinosauriers würden denen eines Krokodils ähneln, erklärte Stephanie Drumheller-Horten. Forscher hatten bereits zuvor Dinosaurier-Überreste in einem Krokodil gefunden, im Falle eines sieben Meter langen Exemplars vermuten die Experten aber eher einen größeren Fleischfresser, wie etwa einen Tyrannosaurus Rex, als Verursacher der Bisswunden. Zudem würden andere Spuren an der Haut und den Knochen des gefundenen Dinosauriers nahelegen, dass sich auch nach dem Tod mehrere andere Tiere über den Kadaver hergemacht hatten.

Bisswunden geben Aufschluss über Mumifizierung des Dinosauriers

Eben diesem Umstand ist nach Ansicht der Forscher auch der ungewöhnlich gute Zustand des gefundenen Dinosauriers zu verdanken. Eigentlich dürfte es die gefundene Haut nach dem Verwesungsprozess nämlich nicht mehr geben. Fleisch und Muskeln sind bei dem Fund auch nicht mehr enthalten, nur Haut und Knochen sind übrig. Die Forscher gehen davon aus, dass die Angriffe der Tiere den Kadaver ausgehöhlt und so den Verwesungsprozess der Haut verlangsamt haben. „Anstelle dass all die Organe den Körper nass halten und den Verwesungsprozess vorantreiben, waren sie nun aus dem Weg“, erklärte Drumheller-Horton die Theorie.

Die Tiere haben dem Dinosaurier-Kadaver demnach die Haut, die Muskelfasern und die Organe herausgefressen und ließen letztendlich nur Haut und Knochen zurück. „In Bezug auf das nahe Halloween sage ich scherzhaft, es ist ein Skelett in einem Hautsack“, so die Paläontologin. Der Fund der Dinosaurier-Haut widerlegt laut der Experten die Meinung, dass Mumifizierungen damals nur bei schnellem Austrocknen des Körpers oder einem schnellen Verscharren in der Erde entstehen konnten. Zudem legt sie nahe, dass Mumifizierungen bei Dinosauriern nicht so selten waren, wie bislang angenommen, da viele teilweise gefressene Kadaver schnell austrockneten, bevor sie von Erdschichten bedeckt wurden.

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