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Mars: Nasa-Rover filmt Sonnenfinsternis – Mond Phobos zieht vor Sonne vorbei

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Von: Tanja Banner

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Wenn sich der kleine Mond Phobos vor die Sonne schiebt, ist auf dem Mars eine Sonnenfinsternis zu sehen. Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat das Ereignis gefilmt.

Pasadena – Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Reihe stehen und sich der Mond vor die Sonne schiebt. Dieses Himmelsphänomen ist jedoch nicht nur auf der Erde möglich, sondern auch auf jedem anderen Planeten, der mindestens einen Mond hat. Um das Phänomen beobachten zu können, muss man sich jedoch im Idealfall auf dem Planeten befinden – wie der Nasa-Rover „Perseverance“, der sich auf dem Mars befindet.

Seit Februar 2021 erforscht „Perseverance“ den roten Planeten und hatte nun erstmals die Gelegenheit, eine Sonnenfinsternis auf dem Mars mitzuerleben. Der Mars hat zwei Monde, Phobos und Deimos. Phobos umkreist den Mars einmal innerhalb von sieben Stunden und 39 Minuten, an jedem Ort auf dem Mars ist etwa einmal pro Erdenjahr eine Sonnenfinsternis zu sehen, bei der Phobos vor der Sonnenscheibe vorbeizieht. Die Rover „Curiosity“ und „Opportunity“ hatten solche Sonnenfinsternisse auf dem Mars bereits zuvor beobachtet und fotografiert.

Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat eine Sonnenfinsternis auf dem Mars festgehalten. Der kleine Mars-Mond Phobos schiebt sich dabei vor die Sonnenscheibe, zu sehen sind auch Sonnenflecken.
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat eine Sonnenfinsternis auf dem Mars festgehalten. Der kleine Mars-Mond Phobos schiebt sich dabei vor die Sonnenscheibe, zu sehen sind auch Sonnenflecken. © Screenshot Nasa-Video

Sonnenfinsternis auf dem Mars: Nasa-Rover „Perseverance“ filmt Mond Phobos vor der Sonne

Nun war der neueste Nasa-Rover auf dem Mars an der Reihe. Mithilfe der Mastcam-Z, einer Kamera, die am „Kopf“ des Rovers installiert ist, filmte „Perseverance“ die Sonnenfinsternis auf dem Mars. „Ich wusste, dass es gut sein wird, aber ich erwartete nicht, dass es so fantastisch wird“, freut sich Rachel Howson, die die Rover-Kamera bedient, in einer Mitteilung der US-Raumfahrtorganisation Nasa. „Perseverance“ schickt zuerst niedrig aufgelöste Vorschaubilder zur Erde, bevor die hochaufgelösten Versionen ankommen. Deshalb ahnte Howson bereits, was kommen würde. „Es fühlt sich an wie ein Geburtstag oder Urlaub, wenn sie ankommen“, erzählt sie.

Auf dem etwa 50 Sekunden langen Videoclip ist deutlich zu sehen, wie der unförmige Mars-Mond Phobos vor der Sonnenscheibe vorbeizieht. Die Kamera des Rovers besitzt einen Sonnenfilter, sodass auf dem Video einiges zu erkennen ist. „Man kann Details in der Form des Schattens von Phobos erkennen, wie Erhebungen und Unebenheiten in der Mondlandschaft“, erklärt der Astronom Mark Lemmon, der im Space Science Institute in Boulder die meisten Beobachtungen des Mars-Monds Phobos durch Rover organisiert hat. „Man sieht auch Sonnenflecken“, erläutert er weiter. „Und es ist cool, dass man die Sonnenfinsternis genau so sehen kann, wie der Rover sie auf dem Mars gesehen hat.“

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Mars-Mond Phobos sorgt für Sonnenfinsternis auf dem Mars

Der Mond Phobos befindet sich weniger als 6000 Kilometer von der Oberfläche des Mars entfernt. Anders als auf der Erde geht der Mond auf dem Mars im Westen auf und im Osten unter. Ein Mond-Aufgang oder Untergang findet alle 11 Stunden, 6 Minuten und 18 Sekunden statt – an einem Mars-Tag geht der Mond also zwei bis drei Mal auf und unter.

Genau wie der Erdmond Auswirkungen auf die Erde hat, hat Phobos Auswirkungen auf den Mars. Seine Schwerkraft übt geringe Gezeitenkräfte auf das Innere des roten Planeten aus, wodurch Gestein in der Kruste und im Mantel des Planeten leicht verformt werden. Bei einer Mars-Sonnenfinsternis im Jahr 2020 schlug sogar das Seismometer* des Mars-Landers „InSight“ an. Diese Nasa-Sonde ist auf dem roten Planeten, um dort Marsbeben zu erforschen und mehr über das Innere des Mars herauszufinden. Fachleuten gehen jedoch davon aus, dass „InSight“ nicht mehr lange funktionieren wird.

Diese Gezeitenkräfte, die Phobos auf den Mars ausübt, verändern auch die Umlaufbahn des Mondes selbst. In ferner Zukunft ist der kleine Mond dem Untergang geweiht: Er kommt der Mars-Oberfläche immer näher und wird in einigen Millionen Jahren auf den roten Planeten stürzen. Durch die Beobachtung von Sonnenfinsternissen auf dem Mars ist es Forschenden gelungen, ihr Verständnis der langsamen „Todesspirale“ des Mondes Phobos zu verfeinern, heißt es bei der Nasa.

Zuletzt hatte der Mars-Rover „Perseverance“ seinen eigenen Fallschirm auf dem Mars entdeckt, als er sich auf den Weg zu einem Flussdelta begab. Auch der kleine Begleiter des Rovers, der Hubschrauber „Ingenuity“ ist dorthin unterwegs – für die Nasa eine einzige Erfolgsgeschichte: Der Mars-Hubschrauber fliegt schon deutlich länger als erwartet. (tab) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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