Roter Planet

Mars: Nasa-Raumsonde „InSight“ kämpft mit Staubsturm

Was verbirgt sich unter der Oberfläche des Mars? Die Nasa-Mission „InSight“ soll dieser Frage auf den Grund gehen – doch derzeit kämpft sie mit einem Staubsturm.
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Was verbirgt sich unter der Oberfläche des Mars? Die Nasa-Mission „InSight“ soll dieser Frage auf den Grund gehen – doch derzeit kämpft sie mit einem Staubsturm.

Der Nasa-Lander „InSight“ hat auf dem Mars mit den Auswirkungen eines lokalen Staubsturms zu kämpfen. Betroffen ist die Stromversorgung.

Washington D.C. – Der Planet Mars* ist ein raues Pflaster – nicht nur für Menschen, sondern auch für die Maschinen, die dort arbeiten sollen. Das muss die US-Raumfahrtorganisation Nasa* gerade wieder erfahren. Ihr Lander „InSight“, der seit November 2018 unter anderem Marsbeben erforscht, ist derzeit außer Betrieb. Der Lander habe am 7. Januar 2022 den „safe mode“ aktiviert, nachdem ein „großer, regionaler Sandsturm das Sonnenlicht vermindert hat, das seine Solarpaneele erreicht“, heißt es bei der Nasa. Im „Sicherheitsmodus“ führt das Landegerät nur noch die allerwichtigsten Funktionen aus.

Mittlerweile hat die Nasa wieder Kontakt zu „InSight“ aufgenommen: Am 10. Januar habe man festgestellt, dass die Leistung des Landers konstant blieb und seine Batterien „wahrscheinlich nicht entladen werden“, so die Nasa in einer Mitteilung. Diese scheinbar simple Feststellung ist tatsächlich sehr wichtig: Entladene Batterien infolge einer Serie heftiger Sandstürme im Jahr 2018 waren mutmaßlich der Grund für das Ende des Nasa-Rovers „Opportunity“. Damals hatten die Rover-Verantwortlichen noch lange auf ein Lebenszeichen vom Mars gehofft, doch letztendlich wurde der Rover im Februar 2019 endgültig aufgegeben*.

Staubsturm auf dem Mars: Nasa bangt um den Lander „InSight“

Nicht nur Staubstürme, auch der ganz normale Alltag auf dem Mars kann einem Rover oder Lander gehörig zusetzen. Auf den Solarpaneelen des „InSight“-Landers hatte sich seit seiner Landung Staub angesammelt, der die Stromversorgung beeinträchtigte. Mithilfe einer Schaufel am Roboterarm des Landers gelang es der Nasa, einen Teil des Staubs zu entfernen und im Jahr 2021 für mehrere „Energieschübe“ zu sorgen, doch „diese Aktivitäten werden immer schwieriger, wenn die verfügbare Energie abnimmt“, schreibt die Nasa in einer Mitteilung.

Die Sonde "InSight" auf dem roten Planeten. Gut zu erkennen sind die Instrumente auf dem Landegerät. Rechts ist außerdem ein kleines Stück der Solarpaneele zu sehen.

Nasa-Lander „InSight“ im „Sicherheitsmodus“: Wird Staub auf den Solarpaneelen zurückbleiben?

Derzeit gilt der „InSight“-Lander auf dem Mars als „stabil“, er schickt Daten zu seiner „Gesundheit“ zur Erde, teilt die Nasa mit. Ob der Staubsturm letztendlich auch eine neue Staubschicht auf den Solarpaneelen hinterlassen wird, ist noch nicht klar. Momentan erhält der Lander wegen des Staubsturms weniger Energie, weil durch den Staub in der Luft weniger Sonnenlicht bis zu den Solarpaneelen durchdringt. Bei den Rovern „Spirit“ und „Opportunity“ hatten Staubstürme teilweise sogar geholfen, die Solarpaneele von Staub zu befreien. Doch Sensoren am Lander „InSight“ haben bisher mehrere Winde registriert, die jedoch nie den Staub beseitigt hätten, so die Nasa.

Nasa: Staubsturm auf dem Mars nimmt langsam ab

Der aktuelle Staubsturm wurde zuerst von der Nasa-Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) entdeckt, die den Mars umkreist. Neueste Daten zeigen der US-Raumfahrtorganisation zufolge, dass der Staubsturm abnimmt. Man gibt sich deshalb hoffnungsvoll, dass der „Sicherheitsmodus“ des Landers „InSight“ auf dem Mars im Laufe der nächsten Woche beendet werden kann.

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Der Lander „InSight“ hat bereits mehrfach Marsbeben gemessen* und Forschenden gezeigt, wie das Innere des Mars beschaffen ist*. Die Mission des Landers wurde von der Nasa verlängert und soll nun im Dezember 2022 enden. (tab) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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