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Wasser auf dem Mars: War der rote Planet einst blau?

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Von: Tanja Banner

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Forschende suchen nach flüssigem Wasser auf dem Mars. (Symbolbild)
War der rote Planet Mars einst von einem Ozean bedeckt und blau? (Symbolbild) © IMAGO/Marcos Osorio

Der Mars könnte einst über und über mit Wasser bedeckt gewesen sein, zeigt eine neue Studie. Auch wichtige Bausteine des Lebens soll es gegeben haben.

Kopenhagen – Auf dem Mars gab es einst Wasser, da ist sich die Forschung relativ einig. Erkundungsmissionen wie der Nasa-Rover „Perseverance“ haben dafür auch bereits eindeutige Beweise geliefert. Doch wie viel Wasser es auf dem roten Planeten einst gab, das ist noch immer unklar. Nun zeigt eine neue Studie, wie viel Wasser es auf dem Mars einst gegeben haben könnte.

Der Mars – heutiger Spitzname „roter Planet“ – war demnach einst ein blauer Planet. Die Studie, die Forschende der Universität Kopenhagen unter der Leitung von Martin Bizzarro durchgeführt haben, zeigt, dass es auf dem roten Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren genug Wasser gab, um den gesamten Mars mit einem mehr als 300 Meter tiefen Ozean zu bedecken. Die Studie wurde im Fachjournal Science Advances veröffentlicht.

Mars: War der „rote Planet“ früher ein blauer Planet voller Wasser?

„Der junge Mars wurde mit Asteroiden, die mit Eis gefüllt waren, bombardiert. Das geschah in den ersten 100 Millionen Jahren der Planetenentwicklung“, erklärt Martin Bizzarro von der Universität Kopenhagen, einer der Hauptautoren der Studie. „Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Asteroiden auch organische Moleküle transportierten, die biologisch wichtig für das Leben sind“, so Bizzarro weiter. Darunter seien unter anderem Aminosäuren, die als Bausteine für Proteine dienen und in allen bislang bekannten Lebewesen vorkommen.

Die Forschenden um Bizzarro gehen sogar davon aus, dass es auf dem Mars früher als auf der Erde Bedingungen gab, die Leben möglich machten. Das Asteroiden-Bombardement sei innerhalb der ersten 100 Millionen Jahre passiert und nach diesem Zeitraum „geschah etwas Katastrophales für das potenzielle Leben auf der Erde“, so der Forscher. Fachleute gehen davon aus, dass es eine gigantische Kollision zwischen der Erde und einem anderen Planeten gab. Dabei soll neuester Forschung zufolge innerhalb weniger Stunden der Mond entstanden sein. Gleichzeitig habe die Kollision „alles potenzielle Leben auf der Erde ausgelöscht“, so Bizzarro. Währenddessen könnte es auf dem Mars lebensfreundliche Bedingungen gegeben haben.

Forschende untersuchen Mars-Meteoriten

Doch wie kamen die Forschenden zu ihren neuen Erkenntnissen? Sie untersuchten 31 Meteoriten, die einst ein Teil der Mars-Kruste waren und konnten so rekonstruieren, was zu der Zeit geschah, als das Sonnensystem entstand. Dabei profitierten die Forschenden von einer Besonderheit des Mars: Dessen Oberfläche bewegt sich – im Gegensatz zur Plattentektonik auf der Erde – nicht.

„Die Plattentektonik auf der Erde hat alle Hinweise auf die Geschehnisse in den ersten 500 Millionen Jahren der Geschichte unseres Planeten ausgelöscht. Die Platten bewegen sich ständig und werden in das Innere unseres Planeten zurückgeführt und zerstört“, erläutert Bizzarro. „Im Gegensatz dazu gibt es auf dem Mars keine Plattentektonik, sodass die Oberfläche des Planeten eine Aufzeichnung der frühesten Geschichte des Planeten bewahrt.“

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Aus den Mars-Meteoriten konnten die Forschenden Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der ursprünglichen Mars-Kruste ziehen. Geochemische Analysen und computergestützte Modellierungen halfen dabei, zu ermitteln, wie viel Wasser durch Asteroiden auf den Mars gebracht wurde. (tab)

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