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„Unmögliches“ Material auf dem Mars gefunden: Was dahinter steckt

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Von: Tanja Banner

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Mars-Rover
Auf dem Mars wurde „unmögliches“ Material entdeckt. (Archivfoto) © Nasa / JPL / dpa

Eine „unmögliche“ Entdeckung auf dem Mars treibt Forschende seit Jahren um. Jetzt zeigen sie eine Lösung, wie das gefundene Material erklärt werden kann.

Houston – Im Jahr 2016 machte der Nasa-Rover „Curiosity“ auf dem Mars einen ungewöhnlichen Fund: Das Forschungsfahrzeug entdeckte in einer Gesteinsprobe aus dem Gale-Krater das Mineral Tridymit. Dabei handelt es sich um eine spezielle Quarz-Form, die normalerweise mit kieselsäurereichem Vulkanismus in Zusammenhang gebracht wird. Tridymit entsteht, wenn Silikate erst stark erhitzt und dann schnell abgekühlt werden. Zur Entstehung benötigt werden hohe Temperaturen und hohe Konzentrationen von Kieselsäure. Diesen Vulkanismus gebe es zwar an manchen Orten der Erde, man habe jedoch nicht geahnt, dass es ihn auch auf dem Mars geben könnte, teilte die US-Raumfahrtorganisation Nasa nach dem Fund mit.

Nach der überraschenden Entdeckung von Mars-Rover „Curiosity“ versuchten Forschende, Hinweise darauf zu finden, dass Tridymit auch bei niedrigeren Temperaturen entstehen kann. Gefunden hatten sie jedoch keine, weshalb sie vermuteten, dass der Mars eine heftigere und explosivere vulkanische Geschichte haben könnte, als bisher gedacht.

Mars: Nasa-Rover „Curiosity“ findet „unmögliches“ Mineral – Forschende finden Lösung

Nun hat ein Forschungsteam von der Rice University in Houston dem Johnson Space Center der Nasa und dem California Institute of Technologie eine Erklärung für das „unmögliche“ Mineral Tridymit auf dem Mars geliefert: Marsianische Magma muss länger als gewöhnlich in einer Kammer unterhalb eines Vulkans geblieben sein, wo sie teilweise abkühlte. Silikatreiche Anteile des Magmas stiegen dabei nach oben. Bei einem großen Vulkanausbruch wurde dann hauptsächlich dieses silikatreiche Material, das auch Tridymit enthielt, in Form und Lava und Asche ausgespuckt. Anschließend wehte der Wind die Asche bis zum Gale-Krater.

Der muss zu diesem Zeitpunkt Wasser enthalten haben, sind sich die Forschenden sicher. „Da wir dieses Material nur einmal gesehen haben und es in einer einzigen Schicht hoch konzentriert war, gehen wir davon aus, dass der Vulkan wahrscheinlich zur gleichen Zeit ausgebrochen ist, als der See entstand“, erklärt Kirsten Siebach, Co-Autorin einer Studie zum Thema, die in den Earth and Planetary Science Letters online veröffentlicht wurde. „Bei der von uns analysierten Probe handelte es sich zwar nicht ausschließlich um vulkanische Asche, aber um Asche, die durch Wasser verwittert und sortiert worden war.“

Mars: Vor drei Millionen Jahren muss es Vulkanismus gegeben haben

Das Szenario, das die Forschenden beschreiben, erklärt nicht nur den Fund des „unmöglichen“ Minerals Tridymit auf dem Mars, sondern auch andere Dinge, die in der Mars-Probe gefunden wurden – beispielsweise Opalsilikate und eine reduzierte Konzentration von Aluminiumoxid. Sollte die Theorie der Forschenden richtig sein, würde das bedeuten, dass es auf dem Mars vor mehr als drei Milliarden Jahren einen explosiven Vulkanismus gab. Forschende nehmen an, dass der Mars zu dieser Zeit von einer warmen, feuchten Welt zu dem trockenen und kalten Planeten wurde, den wir heute kennen. „Diese Arbeit deutet darauf hin, dass der Mars eine komplexere und faszinierendere vulkanische Geschichte hat, als wir uns vor Curiosity vorstellen konnten.“

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Der Rover „Curiosity“ befindet sich seit etwa zehn Jahren auf dem Mars. Gelandet ist er am 6. August 2012 im Gale-Krater, einer Region, in der er Jahre später das „unmögliche“ Mineral Tridymit entdeckt hat. „Die Entdeckung von Tridymit in einem Schlammstein im Gale-Krater ist eine der überraschendsten Beobachtungen, die der Curiosity-Rover in den zehn Jahren seiner Erforschung des Mars gemacht hat“, betont Siebach. (Tanja Banner)

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