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Besondere Supererde entdeckt – Nasa spricht von einem „Schlüssel-Planeten“

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Von: Tanja Banner

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Die Oberfläche der Supererde TOI-1075 b könnte aus geschmolzener Lava bestehen. (Künstlerische Darstellung)
Die Oberfläche der Supererde TOI-1075 b könnte aus geschmolzener Lava bestehen. (Künstlerische Darstellung) © Imago/Science Photo Library

Ein neu entdeckter Exoplanet entpuppt sich als ein „echter Hüne“. Die Nasa erklärt, bei der Supererde handele es sich um einen „Schlüssel-Planeten“.

Cambridge – Die Forschung kennt mehr als 5000 Planeten, die um ferne Sterne kreisen. Diese sogenannten Exoplaneten werden gerne nach den Planeten in unserem Sonnensystem benannt, weil das die Orientierung erleichtert. So gibt es beispielsweise „heiße Jupiter“ – Gasplaneten, die ähnlich groß sind wie Jupiter und ihrem Stern so nah kommen, dass sie sehr heiß sind. Auch „Supererde“ ist eine dieser Kategorien – diese Bezeichnung erhalten Planeten, die eine größere Masse als die Erde haben, aber deutlich unter der Masse von Eisriesen wie Uranus (14,5-fache Masse der Erde) und Neptun (17-fache Masse der Erde) liegen.

Mithilfe des Nasa-Weltraumteleskops „Tess“ haben Forschende nun eine ganz besondere Supererde im Weltall aufgespürt: TOI-1075 b befindet sich etwa 200 Lichtjahre entfernt und hat beinahe die zehnfache Masse der Erde. Der Planet ist nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation Nasa eine der massereichsten Supererden, die bisher bekannt sind, „ein echter Hüne“ schreibt die Nasa auf ihrer Website. Der Planet umkreist einen kleinen Stern innerhalb von nur 14,5 Stunden. Diese sehr kurze Umlaufzeit macht den Planeten sehr heiß – bei der Nasa geht man davon aus, dass auf seiner Oberfläche Temperaturen von 1050 Grad Celsius herrschen.

Heiße Supererde entdeckt: TOI-1075 b ist ein „echter Hüne“

Exoplaneten, die in die Kategorie „Supererde“ fallen, sind für Forschende besonders, denn im Sonnensystem gibt es keinen vergleichbaren Planeten. Trotzdem geht die Forschung davon aus, dass Supererden zu den häufigsten Planeten in unserer Galaxie zählen. Genau wie die Erde scheinen sie Gesteinsplaneten zu sein, manche von ihnen liegen in der sogenannten „habitablen Zone“ ihres Sterns – auf ihren Oberflächen könnte flüssiges Wasser möglich sein, was für die Suche nach Leben im Universum von besonderem Interesse ist.

Auf TOI-1075 b dürfte es jedoch kein flüssiges Wasser geben: Die Oberfläche des Exoplaneten ist so heiß, dass sie aus geschmolzener Lava bestehen könnte. Supererden, die die Größe von TOI-1075 b haben, besitzen Modellen zufolge eine relativ dicke Atmosphäre, bestehend aus Wasserstoff und Helium. Im Fall von Exoplanet TOI-1075 b ist das jedoch unwahrscheinlich, vermuten Forschende.

Die Dichte und die sehr enge Umlaufbahn des Planeten sprechen gegen eine solche Atmosphäre, heißt es in einer Studie, die ein Team um die Astronomin Zahra Essack vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) auf dem Pre-Print-Server ArXiv veröffentlicht hat. Die Studie wurde zur Publikation im Fachmagazin The Astronomical Journal angenommen.

Nasa: Supererde TOI-1075 b ist ein „Schlüssel-Planet“

Weil TOI-1075 b anders zu sein scheint als andere Supererden, handelt es sich um einen „Schlüssel-Planeten“, heißt es bei der Nasa. Durch sehr präzise Messungen der Größe und Masse des Planeten könnten Forschende ihre Modelle zur Planetenformation feinjustieren. Dazu könnte möglicherweise auch das neue „James Webb“-Weltraumteleskop der Raumfahrtorganisationen Nasa, Esa und CSA zum Einsatz kommen.

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„TOI-1075 b ist ein guter Kandidat für Emissionsspektroskopie mit dem James Webb Space Telescope“, schreiben die Forschenden in ihrer Studie und betonen, dass der Exoplanet für das Teleskop an 200 Tagen im Jahr sichtbar ist, was eine flexible Beobachtungsplanung ermögliche. Tatsächlich hat das Weltraumteleskop kürzlich erstmals die Atmosphäre eines Exoplaneten genau untersucht und Forschenden gezeigt, wozu es in der Lage ist. (tab)

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