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Nasa entdeckt Exoplaneten – dort könnte flüssiges Wasser existieren

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Von: Tanja Banner

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Der neu entdeckte Exoplanet TOI 700e ist erdähnlich und umkreist seinen Planeten in der „optimistischen“ habitablen Zone. Das heißt: irgendwann in der Geschichte des Planeten könnte flüssiges Oberflächenwasser vorhanden sein. (Künstlerische Darstellung)
Der neu entdeckte Exoplanet TOI 700e ist erdähnlich und umkreist seinen Planeten in der „optimistischen“ habitablen Zone. Das heißt: irgendwann in der Geschichte des Planeten könnte flüssiges Oberflächenwasser vorhanden sein. (Künstlerische Darstellung) © Imago/NASA/JPL-Caltech/Robert Hurt

Ein Forschungsteam macht einen spektakulären Fund im Weltall: Ein erdähnlicher Exoplanet, auf dessen Oberfläche es flüssiges Wasser geben könnte.

Pasadena – Seit April 2018 ist das Nasa-Weltraumteleskop TESS im Weltall und sucht dort nach bisher unbekannten Exoplaneten. 285 Planeten, die Sterne außerhalb unseres Sonnensystems umkreisen, hat der Planetenjäger der US-Raumfahrtorganisation Nasa bereits entdeckt, mehr als 6000 weitere Kandidaten warten darauf, bestätigt zu werden.

Einer der spannendsten Planeten, den TESS bisher gefunden hat, heißt TOI 700d. Er hat etwa die Größe der Erde und befindet sich in der sogenannten habitablen Zone seines Sterns TOI 700, etwa 100 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Fachbegriff „habitable Zone“ bezeichnet die Region um den Stern, in der flüssiges Wasser auf der Planetenoberfläche möglich ist. Zwei weitere Planeten, die ebenfalls den Stern umkreisen, befinden sich außerhalb dieser Zone, wie fr.de berichtet.

Nasa-Weltraumteleskop findet erdgroßen Planeten

Doch nun haben Forschende in den Daten des Nasa-Planetenjägers einen wichtigen Fund gemacht: Um den roten Zwerg TOI 700 kreist ein weiterer Planet, der für die Forschung ebenfalls sehr spannend ist. Der neu entdeckte Exoplanet namens TOI 700e hat etwa 95 Prozent der Erdgröße und ist damit sehr wahrscheinlich ebenfalls ein Gesteinsplanet. Er umkreist seinen Stern einmal innerhalb von 28 Tagen und wendet ihm dabei mutmaßlich immer dieselbe Seite zu – genau wie der Mond der Erde.

Besonders spannend am neuen Fund: Der Exoplanet TOI 700e befindet sich genau wie TOI 700d in der habitablen Zone des Sterns – zumindest, wenn man diese etwas großzügiger auslegt. Der neu entdeckte Exoplanet liegt in der „optimistischen“ habitablen Zone, die definiert wird als der Bereich, in dem irgendwann in der Geschichte eines Planeten flüssiges Oberflächenwasser vorhanden sein könnte.

TESS hilft, immer kleinere Exoplaneten zu finden

„Das ist eines der wenigen uns bekannten Systeme mit mehreren, kleinen Planeten in der bewohnbaren Zone“, betont Emily Gilbert vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa, die die Forschung leitete. „Das macht das System TOI 700 zu einem spannenden Objekt für weitere Untersuchungen.“ Die jüngste Entdeckung zeige auch, dass man mithilfe von TESS immer kleinere Welten finden könne, sagt Gilbert und erklärt: „Der Planet e ist etwa zehn Prozent kleiner als der Planet d.“

Nach Angaben der Astronomin sind derzeit mehrere Beobachtungskampagnen im Gange, die den Exoplaneten weiter untersuchen sollen. Wie das Portal Space.com berichtet, werden unter anderem das Very Large Telescope in Chile sowie das „Hubble“-Weltraumteleskop auf TOI 700e angesetzt. Und auch TESS blickt wieder in Richtung des neu entdeckten Exoplaneten: In etwas mehr als einer Woche soll das Nasa-Teleskop den Stern TOI 700 und seine Planeten sehen. „Noch gibt es keine Ergebnisse, aber es kommen spannende Dinge auf uns zu“, freut sich Gilbert.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden beim 241. Treffen der amerikanischen astronomischen Gesellschaft (AAS) in Seattle vorgestellt. Die Studie dazu wurde außerdem vom Fachjournal The Astrophysical Journal Letters zur Publikation angenommen. (tab)

TRAPPIST-1: Sieben erdähnliche Planeten

Ein weiteres Planetensystem, das die Forschung brennend interessiert, ist TRAPPIST-1. Der rote Zwergstern ist etwa vierzig Lichtjahre von der Erde entfernt und wird von sieben erdähnlichen Planeten umkreist – drei von ihnen befinden sich in der habitablen Zone.

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